Der Ethikunterricht als "Herzensbildung"

Reflexion über die pädagogisch - didaktischen Grundlagen:
Intentionen, Ziele, thematische Inhalte, Methoden, Medien.

Beispiele von Wertevermittlung und Erziehung an
den östereichischen Schulen

Vortrag beim internationalen Kongress
an der Pädagogischen Fakultät, Matej Bel Universität,
Banska Bystrica, Slowakei
3./4. Juni 2009

Mag.theol. Johannes Dietl-Zeiner

 

Anmerkung: Dieser Vortrag ist veröffentlicht in der wissenschaftlichen Publikation der Pädagogischen Fakultät, Matej Bel Universität, Banska Bystrica (Slowaklei) in deutscher Sprache:
Lit. Quellenangabe: Univerzita Mateja Bela v Banskej Bystrici, Pedagogicka´Fakulta, Katedra Etickej Obcianskej Vychovy, Mravna vychova v skolach na slovensku a v zahranici, Banska Bystrica 2009, S. 254-281.


Inhalt

Vorwort

1. Der Ethikunterricht
1.1. Einleitung – allgemeine didaktische Vorüberlegungen: Moralisch-ethisches Grundverständnis als Fundament für den Vermittlungsprozess im Ethikunterricht
1.1.1 Ethik und Moral in ihrem Grundverständnis als Voraussetzungen und elementare Grundinhalte für den Ethikunterricht
1.1.1.1 Reflexion über Ethik und Moral in Philosophischen Systemen
1.1.1.2 Reflexion über eine religiös begründete Ethik
1.2 Der Ethikunterricht in Österreich – Situationsbeschreibung
1.2.1 Öffentliche Meinung, Bildungspolitik und Evaluation
1.2.2 Lehrpläne, Ziele und Inhalte
1.2.3 Lehrerausbildung und Perspektiven

2. Ethikunterricht und Praxis: Curriculare Vorgaben, Analysen, Reflexionen und Erfahrungen aus der Praxis schulischer Wertepädagogik
2.1. Jahresplanung, Unterrichtsvorbereitung, Unterrichtsanalyse
2.2. Ziele und Intentionen
2.3. Inhalte und Themen
2.4. Medien, Unterrichtsformen (GA, PA, EA), Projekte und Exkursionen
2.5. Beispiel: Kernthemen - Menschenrechte und Weltethos
2.6. Fächerübergreifende Kooperation und Berührungspunkte mit anderen Unterrichtsgegenständen
2.7. Ethikunterricht – Erfahrungen

3. Resümee über den Ethikunterricht

4. Literaturverzeichnis, Informationen
4.1. Literaturliste
4.2. Informationen


 

Vorwort

Ich möchte kurz zur Wahl des Titels meines Vortrags etwas sagen. In der medialen Diskussion um den Ethikunterricht und seiner Einführung sprach der derzeitige Landeshauptmann von Oberösterreich Dr. Josef Pühringer (er war früher RL) in den Printmedien von deren Notwendigkeit für die Integration von Schülern mit Migrationshintergrund (z.B. Eltern aus der Türkei,…):
Der Ethikunterricht hat, so meinte er, das Ziel der „Herzensbildung.“
Wo und in welchem anderen Fach in der Schule kann dies sonst geschehen?[1]

So ist zurzeit die Situation in Österreich: Es gibt keinen Ethikunterricht für alle Schüler. Derzeit wird dieses Fach Ethik an über 140 Schulen im sog. „Schulversuch“ für jene Schüler in der Oberstufe (Sekundarstufe II) angeboten, die die keinen konfessionellen Religionsunterricht besuchen.
Bevor ich tiefer in die Materie meines Referates eindringe, möchte ich als eine erste Einstimmung auf diese Thematik (des Ethikunterrichts und seiner Wertepädagogik) einige Texte und Anmerkungen voranstellen.
2003 fand ich auf der Website des Landesschulrates für Steiermark, dem südlichen österreichisches Bundesland, vom damaligen amtsführenden Präsidenten HR Dr. Horst Lattinger einen Ausspruch:
„Die kritische Auseinandersetzung mit überlieferten Wertsystemen der eigenen Familie, der Gesellschaft, in die man hineingeboren wurde, sowie die bewusste Annahme der Werte, nach denen man sein eigenes Leben ausrichten will, ist ein Prozess, den die Schule sehr entscheidend fördern und unterstützen kann.“

Auf dieser Website waren noch folgende allgemeine Zielsetzungen eines Ethikunterrichts oder einer Moralerziehung in der Schule genannt. So heißt es dort:
„Schule bietet Auseinandersetzung mit Werten.
Leben kann nur dann gelingen, wenn Werthaltungen bewusst gemacht und gelebt werden.“
Als didaktische Inhalte waren dort angegeben:
„Schule bietet den jungen Menschen die Möglichkeit,…

…zu erkennen, welche leitenden Vorstellungen das eigene Handeln bestimmen.
… eigene Wertvorstellungen und Ziele zu entwickeln.
…sich mit den Sinnfragen des Lebens auseinander zu setzen.

… das Verhältnis zum eigenen Lebensraum zu reflektieren und einen respektvollen Umgang mit Mensch und Natur zu entwickeln.

… Werthaltungen im Umfeld (Wirtschaft, Medien, Kultur, Religion) zu erkennen und zu hinterfragen.

…Menschen aus anderen Kulturkreisen und Religionen zu verstehen mit ihnen in Beziehung zu treten sowie Toleranz und Akzeptanz mit Umgang mit diesen Mitmenschen zu entwickeln.

… Kompetenzen zu entwickeln, die für das Zusammenleben besonders wichtig sind, wie beispielsweise Demokratieverständnis, Eigenverantwortung und Verantwortungsbewusstsein.

… Sensibilität, Verständnis und Akzeptanz gegenüber Menschen mit Behinderungen zu entwickeln.“


In der Vorbereitung auf diesen Vortrag las ich in einem Büchlein, dass ich vor vielen Jahren während meines Studiums der Theologie und Religionspädagogik in Wien in einer Buchhandlung gefunden habe.
Der Autor des Buches Mario Montessori ist der Enkel der großen Pädagogin Maria Montessori. In diesem Buch mit dem Titel: Erziehung zum Menschen gibt er Einblicke in das große Wirken seiner Großmutter.
Erziehung, so Maria Montessori, sollte „Lebenshilfe sein. Sie muss deshalb ein Instrument zur Stützung und Lenkung des Kindes bei der ungeheuren Aufgabe des Aufbaus seiner Persönlichkeit sein.“[2]
Von meiner praktischen Erfahrung als früherer Religionslehrer, und nun Ethiklehrer kann ich diesen Satz nur voll unterschreiben.
In diesem Buch referiert Mario Montessori über Dr. Andre Berge folgendes: „Dr. Berge sieht im Grundbedürfnis des Menschen nach Ordnung die universelle Wurzel des Phänomens der Moral. … Der große Motor unseres moralischen Verhaltens ist die Liebe. Diese Liebe wird, mehr oder weniger, von der sinnlichen in die geistige Dimension verschoben; … für das (das Individuum) persönliche Interessen hintanzustellen fähig ist.“ [3]
Über einen respektvollen Umgang der Ethiklehrer mit ihren Schülern und ihren Einsatz und Engagement, das sie zeigen, was ja auch allgemein ihrem Ethos als Lehrer entsprechend sollte, darauf möchte ich später noch eingehen.
Welches eigene Rollenverständnis und Einstellung sollte ein Lehrer, Erzieher, Pädagoge haben?
Hier nun die Antwort von Montessori:
„Seine Einstellung sollte die von Empathie, Kooperation und Geduld sein.“[4]
„Respekt vor der Persönlichkeit des Kindes und Vertrauen auf seine inneren Potentialitäten sind Vorbedingungen für den Aufbau eines angemessenen erzieherischen Bündnisses.“[5]

Nun aber weg von der Montessori-Pädagogik hin zum Ethikunterricht in Österreich mit einer kurzen allgemeinen Vorbemerkung.
Wir Ethiklehrer, sowie diejenigen, die sich um deren Lehrerausbildung bemühen, befinden sich im Pionierstadium des „Schulversuchs“.
Seit 1997 machen wir unsere eigenen Gehversuche, Erfahrungen, aber natürlich auch Fehler. So blicken wir voll Interesse auch auf unsere Nachbarländer, Deutschland und die Schweiz, ihre Modelle, Intentionen, Inhalte, aber auch beobachten wir die Diskussionen über das Verhältnis dieses Unterrichtsgegenstandes zum konfessionellen Religionsunterricht.
Natürlich müssen wir unsere eigenen Wege gehen beziehungsweise Schritt für Schritt entdecken, wie wir die vorgegebenen Ziele in der konkreten Unterrichts-praxis verantwortungsvoll umsetzen können.
Deshalb ist es für mich eine große Ehre und Freude, ja ich bin auch sehr dankbar dafür, dass ich hier an dieser internationalen Konferenz in Banska Bystrica teilnehmen darf.

In den ersten didaktischen Vorüberlegungen möchte ich zeigen, was mir persönlich als Lehrer aus der Praxis an Basiswissen für wichtig erscheint.
Ich denke dabei vor allem daran, wie ich als Unterrichtender neu einstieg.

Zu den zentralen Fragen einer didaktischen Grundlegung gehören für mich: Was sollte jede Schülerin, jeder Schüler an elementarem Grundwissen aus dem Ethikunterricht mitnehmen?
Da sind die Hauptfragen offenkundig: Was ist der Ethikunterricht? Was ist Ethik? Was ist Moral?
Diese Fragen könnten die Schüler von ihrem sozialen Umfeld (Eltern, Verwandte) gestellt bekommen. Wie wichtig auch die Vermittlung dieser zentralen Wissensinhalte von Ethik und Moral ist, entscheidend bleibt aber, dass den Lehrenden im Unterricht ihre Glaubwürdigkeit und innere Beteiligung bewusst ist, dass sie selbst darüber reflektieren, welche Bedeutung für sie persönlich Ethik und Moral und welche Geltung Werte und Grundprinzipien im eigenen Leben haben.


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1. Der Ethikunterricht

Im folgenden Abschnitt soll es nun um die allgemeinen Fragen gehen: Was ist der Ethikunterricht? Wie definiert er sich? Was sind seine Voraussetzungen?
Diese erste Beschreibung von mir wird noch keine vollständige ausführliche Antwort auf diese Fragen geben und nur ansatzweise und skizzenhaft ein Bild des Ethikunterrichts zeigen.
Was ist der Ethikunterricht nicht? Er ist kein Philosophieunterricht Teil 2 als Vermittlung von noch mehr vertiefendem Wissen über Philosophen, Philo-sophiegeschichte, philosophische Strömungen und Denksysteme. Es geht also darum, den Schülern mehr als nur kognitives Wissen unreflektiert anzubieten und es leistungsmäßig zu überprüfen.
Weiters ist Ethikunterricht auch nicht ein Religionsunterricht Teil 2, da den Ethiklehrern die Voraussetzungen für ein tieferes Wissen der Lehren und religiösen Praktiken verschiedenster Religionen und die speziell spirituellen und religiösen Erfahrungen fehlen, um all das an die Schüler weitergeben können.
Der Ethikunterricht versucht in respektvoller Weise Einblicke in das Wesen einer Religion zu geben („Spurensuche“, Prof. Hans Küng) und führt die Schüler hin zu den Werten und Normen, die für jene Religion bedeutsam sind, aber sich auch in ein allgemeines humanistisches Menschenbild einfügen, welches uns die Erklärung der Menschenrechte, Weltethos, Menschenpflichten, vermitteln.
Die Ethiklehrer sollten die Schüler nicht allein durch ihre Worte zu Toleranz, einfühlendes Verstehen und Respekt führen, sondern auch durch ihre eigene Haltung ausdrücken.

So wird der Ethikunterricht einerseits ein Grundwissen vermitteln, über deren Inhalte noch später die Rede sein wird und andererseits ethische Problemstellungen aufzeigen, einladen eigene Einstellungen zu reflektieren und vor allem den Schülern die Verbindung dieser vermittelten Wertsysteme und Normen mit ihrem Alltagsleben aufzuzeigen.
Ich möchte einen solchen Unterricht analog zum Modell eines korrelativen christlichen Religionsunterrichts einen korrelativen Ethikunterricht nennen. Im christlichen Religionsunterricht wird eine Beziehung zwischen Glaubenslehre und gelebter Glaubenspraxis im Alltag zu vermitteln versucht. Der Ethikunterricht wiederum wird versuchen die gemeinsam mit den Schülern aus den verschiedensten ethischen, moralischen und religiösen Quellen geschöpften Wertvorstellungen in Beziehung zu setzen, zu ihren persönlichen Alltagsleben, mit den Herausforderungen, Problemstellungen aber auch Hoffnungen und Freuden.
Der Ethikunterricht wird versuchen die Entwicklung der jungen Menschen zu fördern und sie auf ihren Weg zu unterstützen, ihre eigene Identität mit den persönlichen und sozialen Aspekten zu finden, als etwas, was der Entwicklungspsychologe Erik H. Erikson als ein Gefühl von innerer Stabilität und äußerer Ruhe beschreibt, ein In-sich-Ruhen und von der sozialen Umgebung Angenommen-Sein:
„ Das bewusste Gefühl, eine persönliche Identität zu haben, beruht … auf der Wahrnehmung der Selbstgleichheit und Kontinuität der eigenen Existenz in Raum und Zeit; und auf der Wahrnehmung der Tatsache, dass andere unsere Gleichheit und Kontinuität anerkennen.“[6]
Der Moral- und Sozialpsychologe Lawrence Kolberg (1927- 1987) sieht es als ein Anliegen, Heranwachsende im Entwicklungsprozess zu unterstützen, sie zu je höheren moralischen Entwicklungsstufen zu bringen. Bloße Belehrung und Appelle hielt er für wenig wirksam; vielmehr müssten Heranwachsende ihre bisherigen moralischen Urteilsstrukturen selbst aufbrechen und transformieren.[7]
Der Religionspädagoge Univ.-Prof. Dr. Anton Bucher nennt in seinem wissenschaftlichen Evaluationsbericht über den Schulversuch „Ethikunterricht“ an österreichischen Schulen (1999/2000) drei didaktische Hauptaspekte, die in der Umsetzung curricularer Ziele und Inhalte unumgänglich sind: (1) Den Schülern sollte relevantes Sachwissen vermittelt, (2) die Kompetenzen in ethischer Reflexion erhöht und (3) Diskurs eingeübt werden. Er betont aber nüchtern: „… ob daraus auch im außerschulischen Alltag das richtige Handeln folgt, bleibt der Freiheit der SchülerInnen anheimgestellt.“[8]
Ich möchte nun zu allgemeinen Voraussetzungen für den Ethikunterricht kommen.

1.1. Einleitung – allgemeine didaktische Vorüberlegungen:
Moralisch-ethisches Grundverständnis und pädagogisch-didaktischer Kriterienkatalog als Fundament für den Vermittlungsprozess im Ethikunterricht

Was ist nun der äußere Rahmen für ein Fach Ethik oder Moral im Gesamtkonzept Schule mit ihrem jeweiligen Standort bedingten Fächerkanon und fachspezifischen Schwerpunkten?
In Österreich spricht man vor allem viel von Schulautonomie, das heißt bei uns, dass jede Schulleitung gemeinsam mit dem Lehrerkollegium, aber auch in Einbindung der Eltern und Schüler, soweit es möglich ist, ein Profil entwirft, nach welchen Zielen und Schwerpunkten die verschiedenen Unterrichtsgegenstände im schulischen Gesamtplanung eingegliedert sind.
Der Ethikunterricht sowie der Religionsunterricht sind nach einer gesetzlichen Vorgabe in Österreich Pflichtgegenstände, das heißt, dass die Schüler entweder einen konfessionellen Religionsunterricht oder das Fach Ethik besuchen. (Dies ist derzeit an den Schulen Pflicht, wo es den Schulversuch Ethik gibt).
In vielen Schulen wird der Ethikunterricht als eine allgemeine Bereicherung sowohl von den Schülern und Eltern, aber auch von den Lehrerkollegen gesehen, was auch die Evaluation von Prof. Bucher gezeigt hat.
Darauf möchte ich noch später mehr eingehen.

Welche Voraussetzungen könnten als das innere didaktische Fundament des Ethikunterrichts angesehen werden?

1.1.1 Ethik und Moral in ihrem Grundverständnis als Voraussetzungen und elementare Grundinhalte für den Ethikunterricht

Prof. Hans Küng stellt in seinem Buch „Projekt Weltethos“ die Frage: „Wozu Ethik?“[9]
Richten wir ernsthaft diese Frage aber nicht nur an die Gesellschaft in Bezug auf ihre Bildungseinrichtungen und Schulen, die die Kinder und Jugendlichen moralisch-ethisch erziehen, sondern sehen wir vorallem unsere Schüler als Träger von verantwortungsvollen Aufgaben in der Zukunft.
Blicken wir im Zusammenhang mit dieser Frage auf die globalen Krisen, die sich in jedem Jahrzehnt der gesamten Weltbevölkerung als große Herausforderungen stellen, denen sich kein Land dieser Erde entziehen kann und die es für alle zu lösen gilt.

Küng schreibt: „Wir bedürfen der Besinnung auf das Ethos, auf sittliche Grundhaltungen des Menschen; wir bedürfen der Ethik, der philosophischen oder theologischen Lehre von den Werten und Normen, die unsere Entscheidungen und Handlungen leiten
sollen.“ [10]
Küng diagnostiziert sehr nüchtern, dass die Menschheit zum Überleben einen „Weltethos“ nötig hat.
„Ohne Moral, ohne allgemein verpflichtende ethische Normen, ja ohne ‚globale Standards‘ sind die Nationen in Gefahr, sich durch Akkumulation von Problemen durch Jahrzehnte hindurch in eine Krise hinein zu manövrieren, die schließlich zum nationalen Kollaps, das heißt zum wirtschaftlichen Ruin, zur sozialen Demontage und zur politischen Katastrophe führen kann.“ [11]
Schlussfolgern wir daraus, dass wir uns nicht nur einem Weltethos verpflichtet fühlen, sondern auch unsere Jugend zu diesem Projekt einladen und hinführen sollen.
In der Präambel der „ Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ von 1948 steht, dass „jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedsstaaten … zu gewährleisten.“ [12]
Wenn die Menschenrechte als eine allgemeine moralisch-ethische Basis anerkannt werden, so sind hier in dieser Erklärung alle Einrichtungen von Schule und Erziehung verpflichtet, ihre Werte an die jungen Menschen weiterzugeben.

1.1.1.1 Reflexion über Ethik und Moral in Philosophischen Systemen

In der philosophischen Anthropologie wird die entscheidende Frage gestellt:
Was ist der Mensch? [13] Hier schließt sich aber auch gleich die Frage an, die Immanuel Kant als eine der vier berühmten Fragen gestellt hat: „Was soll ich tun?“
Diese Frage stelle ich im Unterricht in der ersten Stunde den Schülern, die neu dieses Fach kennenlernen. Ich sage zu ihnen, dass dies die zentrale Frage ist, mit der sich der Unterricht in den kommenden Jahren befassen wird. Die Frage, wie wir handeln, beschäftigt uns in der Früh, vom Aufstehen bis zum Schlafengehen, in der Familie, in der Schule, in der Freizeit.
Im Ethikunterricht, so sage ich, geht es um euch, euer Leben und wie ihr es gestaltet. Daher werden sich die Unterrichtsthemen immer wieder mit dem menschlichen Dasein beschäftigen und wir werden gemeinsam nach Lösungen bei offenen Fragen suchen.

Wenn für Immanuel Kant Ethik die Wissenschaft vom moralischen Handeln ist, so ist den Schülern aber auch die heutige Auffassung von Ethik aus der Sicht der Philosophie zu zeigen, nämlich als Theorien über die Moral, die das Bewerten von Handlungen und eine Normbegründung ermöglichen sollen. Es geht also um grundsätzliche Richtlinien für unser Tun, aber auch um Begründungen für unser Handeln.[14]
So sollen die Schüler beispielsweise sich nicht nur in Lebensbeispiele hineindenken und einfühlen (z.B. Figuren in einem gezeigten Film) und zwischenmenschliche Konflikte begreifen, sondern sie sollen sich auch für „Auswege“ entscheiden und Begründungen dafür erarbeiten. Ziel ist es starke eigene Motive für sittlich-ethisches Handeln zu finden.

Wenn Moral heute allgemein philosophisch definiert wird als die Summe von Handlungsregeln (Normen), Werten und Werturteilen, so geht es im Unterricht natürlich auch darum, die verschiedensten Wertsysteme der Religionen und Weltanschauungen darzulegen und zu reflektieren.
Es werden in der Oberstufe (Sekundarstufe II) aber auch die verschiedenen Ansätze und philosophiegeschichtlichen Entwicklungen der Prinzipienethik (Deontologie), Folge-Zweckethik (Teleologie) sowie die heutigen Positionen einer gemischt pluralistischen Universalmoral gezeigt. [15]

Mir ist hier an diesem Punkt wichtig zu betonen, dass der Dialog über Ethik und Werte auch zwischen Philosophie und Theologie möglich und notwendig ist, dies haben der bekannte Philosoph Umberto Eco und der katholische Mailänder Erzbischof
Carlo Maria Martini
in ihrem gemeinsamen Buch „Woran glaubt, wer nicht glaubt?“ hervorragend gezeigt. [16]
Die zentrale Frage ist, die sich bei einem solchen Dialog zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden stellt, was die Basis einer gemeinsamen Ethik sei kann. Genauer nachgefragt: Erstens, was sind die Vorstellungen von Ethik aus der Sicht Kardinal Martinis? Zweitens, was ist die ethische Grundvorstellung des Philosophen Eco? Drittens, wo sind die Schnittstellen oder Berührungspunkte von einer religionsbegründeten Ethik und „Prinzipien einer Weltethik“ ? [17]
Kommen wir zur ersten Frage: Kardinal Martini sieht die Begründung christlicher Ethik im Glauben „an einen personalen Gott“, in der „Berufung auf ein Absolutes“ [18]. Die christliche Religion kann die ethischen Problemstellungen in dieser Welt nicht lösen, ohne sich auf „das Wort und Beispiel Jesu Christi“ [19] zu beziehen und dort nach einer Orientierung zu suchen. Glaubensinhalte wie „Gott als Schöpfer“ und die „Ankündigung des Reiches Gottes“ … „Tod und Auferstehung Jesu Christi,“ „die Gabe des heiligen Geistes, … die Verheißung des ewigen Lebens“ implizieren „ethische Konsequenzen“, „von denen ich (so Kardinal Martini) in meiner Schwachheit wünsche, dass sie immer Licht- und Kraftquelle für mein Handeln sind“ [20]. Kardinal Martini fragt allgemein, wo jemand die „Kraft, das Gute zu tun“ findet, in Situationen, in denen derjenige an letzte Grenzen gehen muss und vor allem mit dem Tod konfrontiert wird. [21]

Wir kommen nun zur zweiten Frage: Was sieht Umberto Eco als „Grundlage einer Ethik“?
Er meint: „Wir müssen in erster Linie die Rechte der Körperlichkeit anderer respektieren, zu denen auch das Recht zu reden und zu denken gehört.“ [22]
Wenn die Menschheit in ihrer Geschichte diese „Rechte des Körpers“ geachtet hätte, wären keine römischen Zirkusspiele, wo Christen den Löwen vorgeworfen worden sind, keine Bartholomäusnacht, keine Ketzerverbrennungen, u.v.m. möglich
gewesen. [23]
Für Umberto Eco genügt „dieses Bewusstsein von der Bedeutung des anderen“ als „absolute Basis, eine unverrückbare Grundlage für ein ethisches Verhalten.“ [24]
So ist ein Wert des weltlichen Ethos die Nächstenliebe: Jemand, der seinem Leben und seinem Tod einen Sinn geben kann und sich getröstet fühlt durch die Liebe zu anderen, auch wenn er keine Erfahrung der Transzendenz gemacht oder sie verloren hat. [25]

Die dritte Frage ist kurz beantwortet. Kardinal Martini sieht eine „gemeinsame Ebene“ im Bereich der „Ethik zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen …, damit wir für den Fortschritt der Humanität und in der Förderung der Gerechtigkeit und des Friedens zusammenarbeiten können“. [26] Als Werthaltungen nennt er Altruismus, Redlichkeit, Gerechtigkeit, Achtung vor dem anderen, Vergebung gegenüber den Feinden, Solidarität. [27] Für ihn stellt der „Appell an die Menschenwürde“ ein Prinzip dar, das „ein gemeinsames Handeln begründet: Den anderen nie als Mittel zum Zweck zu benutzen, seine Unverletzlichkeit unter allen Umständen und immer zu achten, in jeder Person zu jeder Zeit ein unverfügbares und unantastbares Wesen zu sehen.“ [28]
Und auch Umberto Eco ist der Meinung, dass „eine natürliche Ethik … sich in ihren zentralen Punkten mit den Prinzipien einer auf den Glauben an die Transzendenz begründeten Ethik treffen kann, … (weil) die natürlichen Prinzipien aufgrund eines Heilsprogramms in unsere Herzen gemeißelt sind.“ [29]
Als gemeinsam verbindliche Werte nennt er nicht nur die Nächstenliebe, sondern auch „Besonnenheit“, [30] welche auch bei Glaubenskonflikten zwischen verschiedenen Religionen überwiegen sollten.
Was den Ethikunterricht betrifft, so soll den Schülern gezeigt werden, dass es über die unterschiedlichen philosophisch-theoretischen Ansätze hinweg Barrieren und Vorurteile zu überwinden gilt, im Blick auf die allgemeine Würde und Freiheit, Mitmenschlichkeit, Solidarität, Gerechtigkeit, Fairness, Toleranz und Demokratie als entscheidende Grundwerte unserer Gesellschaft.
Dieser Gedanke wird wohl im Hintergrund jeder Ethikstunde direkt oder indirekt mitschwingen.

1.1.1.2 Reflexion über eine religiös begründete Ethik

Ethik schöpft auch aus den Quellen der Religionen, aus ihren religiösen Schrifttum und Weisheitstexten. Wenn nach der Definition von Prof. Küng Ethik die „philosophische oder theologische Lehre von den Werten und Normen“ [31] ist, so wird das damit indirekt ausgesagt. Ethik braucht die Religionen, weil sie auch Brücken und Netzwerke mit den humangesinnten Weltanschauungen bilden können und umgekehrt. So haben wir es bereits im oberen Dialog über Ethik zwischen Erzbischof Martini und dem Philosophen Eco ausführlich betrachtet.
Wenn Prof. Küng in seinem Buch „Projekt Weltethos“ von der Notwendigkeit einer „Koalition der Glaubenden und Nichtglaubenden“ schreibt und damit Deisten, Atheisten und Agnostiker meint, führt er dafür drei Argumente an:
„(1) Die Gefahr eines Sinn-, Werte- und Normenvakuums bedroht Gläubige wie Ungläubige. Dem Verlust der alten Orientierungstraditionen und Orientierungsinstanzen und der daraus folgenden höchst fatalen Orientierungskrise müssen wir gemeinsam begegnen.
(2) Eine Demokratie ohne vorrechtlichen Konsens gerät in Legitimationsnot. Zwar muss der freiheitliche-demokratische Staat weltanschaulich neutral sein und dennoch ist er auf einem minimalen Grundkonsens bezüglich bestimmter Werte, Normen und Handlungen angewiesen, weil ohne diesen moralischen Grundkonsens ein menschenwürdiges Zusammenleben nicht möglich ist. Daraus folgt:
(3) Kein Überleben der menschlichen Gesellschaft ohne Ethos, konkret: Kein innerer Friede ohne die Übereinstimmung, gesellschaftliche Konflikte gewaltfrei zu lösen; keine Wirtschaft und Rechtsordnung ohne den Willen, sich an eine bestimmte Ordnung und an bestimmte Gesetze zu halten; keine Institutionen ohne die zumindest stillschweigende Zustimmung der betroffenen Bürger und Bürgerinnen.“ [32]

Wie können nun Religionen Beiträge für Ethik bzw. einen Weltethos leisten?
Neben allen negativen fundamentalistischen Tendenzen, Formen der Unterdrückung, gegenseitigen Verfolgungen und Kriegen in den Jahrhunderten, worüber unsere Geschichtsbücher voll sind, hat wie Prof. Küng es sagt, „Religion sozialpsychologisch zur Beförderung von Freiheit, zur Beachtung der Menschenrechte, zur Heraufkunft der Demokratie … (beigetragen).“ [33]
Die Religionen können sich befreiend, zukunftsorientiert und menschenfreundlich auswirken. Sie können Lebensvertrauen, Weitherzigkeit, Toleranz, Solidarität, Kreativität und soziales Engagement verbreiten, aber auch geistige Erneuerung, gesellschaftliche Reformen und den Weltfrieden fördern. [34]
Dennoch darf nicht vergessen werden, dass Religionen sich auch selbstkritisch prüfen müssen: Alle Probleme und Konflikte auf der Welt brauchen die Suche und Erarbeitung differenzierter Lösungen.
So meint Prof. Küng: „Gerade religiöse Menschen, die oft den Kopf in den Wolken tragen, müssen es sich heute sagen: sie dürfen nicht an eine noch so hohe Autorität appellieren, um den Menschen die innerweltliche Autonomie abzunehmen. … Es gibt eine im Gewissen beheimatete ethische Selbst- Gesetzgebung und Selbst-Verantwortung für unsere Selbst-Verwirklichung und Welt-Gestaltung.“ [35]

Wie sieht in dem Zusammenhang das Verhältnis von Religion und einer modernen Ethik aus? „Eine moderne Ethik ist heute auf den Kontakt mit den Natur- und Humanwissenschaften angewiesen: auf den Kontakt mit Psychologie und Psychotherapie, mit Soziologie und Gesellschaftskritik, mit Verhaltensforschung, Biologie, Kulturgeschichte und philosophischer Anthropologie.“ [36]Prof. Küng sieht, dass die Religionen zu diesen Wissenschaften keine Berührungsängste zeigen sollten.

Im Ethikunterricht kann sehr wohl diese Verbindung zwischen Religion und Natur- und Humanwissenschaften gezeigt werden. Die Religionen haben allgemein verbindende Werte und Normen, die Kriterien für die rationale analytische Erforschung von Natur und menschlicher Umwelt mit dem Ziel einer humanen Entwicklung liefern können.

In der „Erklärung zum Weltethos“ vom Parlament der Weltreligionen 1993 heißt es in der ersten Weisung:
„Die menschliche Person ist unendlich kostbar und unbedingt zu schützen. Aber auch das Leben der Tiere und Pflanzen, die mit uns diesen Planeten bewohnen, verdient Schutz, Schonung und Pflege. … Als Menschen haben wir – gerade auch im Blick auf künftige Generationen – eine besondere Verantwortung für den Planeten Erde und den Kosmos, für Luft, Wasser und Boden. Wir alle sind in diesem Kosmos verflochten und von einander abhängig. Jeder von uns hängt ab vom Wohl des Ganzen.“ [37]
Von dieser Erklärung aller Weltreligionen als Inhalt im Ethikunterricht wird noch später die Rede sein.

Eines zeigt Prof. Küng in seinem „Projekt Weltethos“ noch auf: Die Religionen können ein mögliches Fundament des Ethos bieten, weil sie ethische Verpflichtungen durch Unbedingtheit und Universalität begründen.
„…die Unbedingheit des Sollens, lässt sich nicht vom Menschen, vom vielfach bedingten Menschen her, sondern nur von einem Unbedingten her begründen.“ [38]Dass der Mensch sich an ethische Regeln halten soll, lässt sich letztlich nicht vom fehlerhaften Menschsein her erklären.
In den prophetischen Religionen zumindest ist das Unbedingte (Gott genannt) für viele „Urgrund, Urhalt, jenes Urziel des Menschen und der Welt“, aber auch Garantie und Grenze aller menschlicher Autonomie. Das bedeutet für den Menschen keine Fremdbestimmung. [39]
Die ethischen Weisungen der prophetischen Religionen haben durch ihren Gottesbezug eine höhere Verbindlichkeit und Allgemeingültigkeit, weil der „Höchste“, „je Andere“ „Vater“, „Schöpfer“ aller Menschen ist und das Heil, „Erlösung“, „Befreiung“ der ganzen Menschheit will und ihr zusagt (Heilszusage Gottes), so das christliche Verständnis.
Prof. Küng folgert daraus: „Religionen können ihre ethischen Forderungen mit einer ganz anderen Autorität vorbringen als eine bloß menschliche Instanz.“ [40]

Sicher waren und sind Religionen versucht ihre Macht und Einfluss in der Gesellschaft auch durch unlautere Mittel zu sichern, dennoch vermögen sie, wo sie es wollen, ihre moralische Kraft glaubwürdig zu machen, dass es ihnen um das Wohl des Menschen geht. [41]
Denn alle großen Religionen bieten mit aller Autorität eine religiöse Grundorientierung an – Halt, Hilfe und Hoffnung angesichts der Eigenmechanik aller menschlichen Institutionen, angesichts des Eigeninteresses der verschiedenen Individuen und Gruppen und angesichts der Überinformation durch die Medien.“ [42]

Aus dieser Sichtweise der Bedeutsamkeit und Wichtigkeit der Religionen bezüglich ihrer Werte und Normen stiftenden Kraft, ist es notwendig den Schülern Grundinformationen über die Religionen zu vermitteln und auf deren Wertsysteme hinzuweisen. Weiters ist diese Ethik der Religionen auf ihre allgemeine und universelle Verbindlichkeit von den Schülern her zu befragen.


1.2 Der Ethikunterricht in Österreich – Situationsbeschreibung


1.2.1 Öffentliche Meinung, Bildungspolitik und Evaluation

Um die Situation des Ethikunterrichts kurz zu beschreiben, möchte ich sagen, dass seine Notwendigkeit der Einführung ins reguläre Schulwesen sehr unterschiedlich bewertet wird, da sich das Fach Ethik, wie ich es bereits erwähnt habe, derzeit nur im Schulversuchsstadium befindet.
Von der österreichischen Bevölkerung werden, so zeigen immer wieder Umfragen und die Evaluation, die Nützlichkeit, Wirksamkeit und Sinnhaftigkeit des Ethikunterrichts sehr wohl gesehen.
Im Unterschied dazu haben die Politischen Parteien mit ihrer Bildungspolitik jedoch eine sehr geteilte Meinung. Die Bandbreite reicht von jenen, die sofort die Einführung fordern, andere die Ethik nur als einen freigewählten Gegenstand wollen, bis zu denjenigen, die den Ethikunterricht mit dem Argument ablehnen, dass die Aufgabe der ethisch-moralischen Erziehung in der Schule allein einem verbesserten Religionsunterricht zukommen müsse. [43] Vor allem die Religionsgemeinschaften und da im Besonderen die katholische und evangelische Kirche, sowie die muslimische Religionsgemeinschaft fordern in der aktuellen, öffentlichen Diskussion den Ethikunterricht als Ersatzfach für jene Schüler, die keinen Religionsunterricht besuchen. [44] Und es gibt auch Bildungspolitiker, die im Jahr 2008 den Ethikunterricht für alle Schüler haben und dabei die Stunden des konfessionellen Religionsunterrichts reduzieren wollen.

Im derzeitigen Regierungsprogramm vom Herbst 2008 ist der Ethikunterricht vorerst für die Sekundarstufe II (verschiedene Schultypen der Oberstufe) vorgesehen, wobei eine Parlamentarische Enquete gemeinsam mit den Kirchen- und Religionsgemeinschaften sowie Experten die politisch Verantwortlichen beraten, in welcher Form der Ethikunterricht im Regelschulwesen eingerichtet werden soll. [45]
Im Zusammenhang meiner Darstellung der Situation des österreichischen Ethikunterrichts möchte ich auf eine Publikation des Salzburger Universitätsprofessors Dr. Anton Bucher, Ethikunterricht in Österreich, hinweisen, der im Schuljahr 1999/2ooo eine wissenschaftliche Evaluation der Schulversuche „Ethikunterricht“ in ganz Österreich durchgeführt hat. Ich werde in meinem Referat mich immer wieder auf diesen Bericht und diese Untersuchungen beziehen.

Im Jahr 2001 schrieb Prof. Bucher in seiner Veröffentlichung:
„In der öffentlichen Diskussion ist der Ruf nach Werterziehung auch und gerade durch die Schule, in den letzten Jahren lauter geworden. Die allgemeine Klage über die ethische Orientierungslosigkeit der Jugend erhöht die Akzeptanz von Ethikunterricht, wie ihn mehr als die Hälfte von repräsentativ befragten ÖsterreicherInnen
befürwortet.“ [46]
1997 wurde an acht Schulstandorten (Vorarlberg, Tirol, Wien) erstmals Ethik unterrichtet. Derzeit laufen laut einem Schreiben (2008) aus dem Bildungsministerium von Frau Ministerin Dr. Claudia Schmied mehr als 130 Schulversuche des Fachs Ethik. Die Schulen begründeten die Notwendigkeit für den Schulversuch in ihrem Antrag an das Ministerium, „es sei für zusehends weniger SchülerInnen gewährleistet, jene religiös-sittliche Bildung zu erhalten, die § 2 SchOG (Schulorganisationsgesetz) vorschreibt.“ [47]
Aus pädagogischer Verantwortung heraus soll der Ethikunterricht eingeführt werden, wobei das österreichische Schulunterrichtsgesetz dafür die Basis liefert, wie schon oben jener zitierte Text gezeigt hat, wo von religiösen, sittlichen und sozialen Werten die Rede ist, an deren Vermittlung die Schule durch einen „entsprechenden Unterricht mitzuwirken“ hat. [48]
Die „neuralgischen Punkte“ (A. Bucher) zu Beginn des Schulversuchs prägen bis heute die bildungspolitische Diskussion, wie ich es bereits angesprochen habe:
(1) Soll der Ethikunterricht als Ersatz- oder als Alternativfach geführt werden?
(2) Ist der Ethikunterricht Freigegenstand oder verpflichtend? [49]
Auch hier wird interessanter Weise sich zeigen, was das Ergebnis der Diskussion im Zusammenhang mit der Parlamentarischen Enquete ergeben wird.
Allgemein ist man sich bei den politischen Parteien einig, dass der Ethikunterricht weder unter dem Eindruck von Indoktrination stehen, noch einen Werterelativismus vermitteln soll.
Daher positiv gewendet, soll einerseits die freie Gewissensentscheidung der Schüler ernst genommen und andererseits verbindende Werte, wie die Menschenrechte vermittelt werden. [50]
Ethisches Grundwissen und die Hinführung zu einem ethischen Werturteil sind also zentrale Pole des Ethikunterrichts.

Wer besucht derzeit den Ethikunterricht? Mehrheitlich gehören die Ethik-schüler der katholischen Kirche an, sodann sind sie ohne Bekenntnis, islamisch, zählen zu religiösen Sondergruppen (überwiegend evangelikalisch, Zeugen Jehovas), und zu der evangelischen Kirche. [51]

Was sieht die Studie als realistische Erwartung an dieses Schulfach? „Ethikunterricht kann eine entfallende moralische Primärsozialisation (speziell in der Familie) nur begrenzt kompensieren, wenn überhaupt.“ [52]
Die Familie bleibt in der Regel die prägende Kraft für die Vermittlung von Werten, Normen und ethischen Einstellungen; sie wirkt auf die verschiedenste Weise entscheidend auf die Bildung der Persönlichkeit, Identität und des Gewissens. Die schulische Werterziehung kann möglicher Weise ergänzend und unterstützend dort wirken, wo sich aufgrund der altersspezifischen Situation der Schüler (Pubertät) neben dem Elternhaus ein weiterer Zugang zu ihrer Lebenswelt ergibt.

Abschließend sollen noch kurz die Ergebnisse der Evaluation und erwähnt werden. Der sehr ausführliche Bericht mit seinen intensiven und sachlichen Analysen empfiehlt den politischen Entscheidungsträgern auf der Sekundarstufe II den Ethikunterricht ins Regelschulwesen zu überführen aus folgenden Gründen:
(1) Die Anzahl der Schüler und Schülerinnen ohne Bekenntnis steigt kontinuierlich. Auch diese sollten sich explizit mit ethischen Fragen auseinan-dersetzen, sich dafür relevantes Wissen, auch zum Ethos anderer Religionen, aneignen, um den gesetzlichen Auftrag (§ 2 SchOG) in der Schule zu erfüllen.
(2) Der Ethikunterricht hat sich bewährt, weil er bei der Mehrheit der Schüler akzeptiert ist, aus ihrer Sicht Lerneffekte zeigt, die im Interesse von Demokratie und eines solchen Staates liegen (mehr Toleranz, eigenständige ethische Urteile, etc.). Er reduziert nachweislich die Haltungen eines Werterelativismus und Ausländerfeindlichkeit; weiters verbessert er die Kommunikationskultur und festigt den Klassenzusammenhalt.
(3) Der Ethikunterricht vermittelt Kenntnisse, die in anderen Gegenständen nicht vorgesehen sind (z.B. das Weltethos).
Aufgrund dieses positiven Ergebnisses und um dem bedeutungsvollen Anliegen dieses Gegenstandes Rechnung zu tragen, wird empfohlen, das Fach Ethik „in einem eigenständigen Unterrichtsgegenstand und nicht als Unterrichtsprinzip“ ins Schulwesen zu konstituieren. [53]

1.2.2 Lehrpläne, Ziele und Inhalte

Von den Lehrplänen in Österreich und ihren Zielsetzungen bzw. Inhalten soll hier nur sehr allgemein berichtet werden. Für genaue Informationen verweise ich wieder auf die Veröffentlichung von Prof. Bucher. [54]
In Österreich sind neun verschiedene Lehrpläne in Gebrauch. Am verbrei-tetsten ist jener in Salzburg entwickelte Lehrplan, der geringfügig modifiziert, aber auch in Oberösterreich, Vorarlberg und Wien übernommen wurde. [55]
Sowohl die Schulversuche als auch die Lehrpläne werden durch das Bildungsministerium bzw. durch die Landesbehörden (Landes- bzw. Stadtschulrat) genehmigt.
Alle Lehrpläne begründen den Ethikunterricht, dass er aufgrund des Schul-unterrichtsgesetzes (§ 2 SchOG) notwendiger Weise eingeführt werden muss. Mehrheitlich bestimmen sie das Ziel des Ethikunterrichts in der Förderung ethischer Reflexion, in der Erarbeitung von Kenntnissen anderer Religionen, um Toleranz zu fördern, sowie in der Einübung diskursiver und sozialer Fähigkeiten. [56]
In den Richtlinien des Salzburger Lehrplans heißt es wörtlich bei den Bildungs- und Lehraufgaben:
„Die Zielsetzungen des Ethikunterrichts sind an die im (österreichischen Schulorganisationsgesetz) §2 Abs. 1 SchOG festgeschriebenen Aufgaben und Ziele der österreichischen Schule gebunden:
Die österreichische Schule hat die Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach den sittlichen, religiösen und sozialen Werten sowie nach den Werten des Wahren, Guten und Schönen durch einen ihrer Entwicklungsstufe und ihrem Bildungsweg entsprechenden Unterricht mitzuwirken.“ [57]

Die österreichischen Lehrpläne unterscheiden die bereits erwähnten vier großen Leitthemen:
(1) Entwicklung von Ich-Identität, (2) Sozialität, (3) Mit- und Umwelt (Tier-, Bioethik), (4) Ethos der Weltreligionen und Weltanschauungen. [58]

Die Lehrpläne orientieren sich in der Mehrheit an den Grund- und Menschen-rechten, auf denen unsere Demokratie fundiert ist. „Diesbezüglich sind – anders als gelegentlich unterstellt – die Lehrpläne nicht relativistisch.“ [59] Den Lehrplänen kann daher kein Werterelativismus unterstellt werden, dass der Ethikunterricht Werte und Normen als etwas Beliebiges darstellt.
„Hinsichtlich kontroverser ethischer Fragen mahnen sie (die Lehrpläne) die Unterrichtenden jedoch zur Neutralität bzw. dazu an, SchülerInnen zu einem eigenständigen Urteil zu befähigen, das sich dem Diskurs aussetzen muss.“ [60]
Bezüglich des „normativen Anspruchs von Ethikunterricht in einer pluralistischen Lebenswelt“ widmet die Studie ein eigenes Kapitel. [61]
Die Anerkennung der Grund- und Menschenrechte sind „die unabdingbare Voraussetzung“ für eine pluralistisch-demokratische Gesellschaft. Es muss im Interesse des Staates liegen, dass die nachwachsende Generation auch durch den Ethikunterricht den Respekt vor diesen Grundwerten verinnerlicht und zugleich die Haltung der Toleranz aufbaut. [62]
Dem gegenüber lässt der Ethikunterricht „Raum für die eigene Meinungs-bildung der Schüler“ zu und ist neutral, wenn es um „Bedürfnisse und Talente, die Mode und Geschmackvorstellungen, schließlich weitgehend die Formen der Weltinterpretation und des Selbstverständnisses“ geht. Wertungsfrei ist der Ethikunterricht aber auch gegenüber den sogenannten Sekundärtugenden, wie Pünktlichkeit, Ordentlichkeit, Gehorsam, Fleiß und Anstand. [63]
Er kann Impulse geben, sich der eigenen Wertvorstellungen und Präferenzen bewusst zu werden. [64]
Zusammenfassend kann man sagen, dass der Ethikunterricht elementar verbindliche Grundwerte und ethische Prinzipien vermittelt, welche infolgedessen nicht wertrelativistisch gesehen werden können.
Wertneutral und infolgedessen nicht grundsätzlich indoktrinär ist der Ethikunterricht hinsichtlich der Pluralität von Ethiken eines optimalen Lebens, den christlichen, marxistischen, buddhistischen und anderen Deutungen von Humanität.
Die Erklärung zum Weltethos (1993) zeigt ja ohnehin, dass die Weltreligionen beispielsweise in den vier Weisungen einen Grundkonsens bezüglich verbindender Werte, Maßstäbe und Grundhaltungen gefunden haben. [65]
Die Weltreligionen mit ihren ethischen Wertsystemen sollen laut den Lehrplänen mit Zurückhaltung behandelt werden und „im Sinn von Religionskunde primär“
informieren. [66]
So sind nach den Lehrplänen und ihren Zielsetzungen die Vermittlung von relevantem Sachwissen, ethische Reflexion und Diskurs die fundamentalsten Aufgaben des Ethikunterrichts. [67]

1.2.3 Lehrerausbildung und Perspektiven

Bis vor einigen Jahren fand die Ausbildung der Ethiklehrer in Akademielehrgängen der Pädagogischen Institute des Bundes (IP) [68] in jenen Bundesländern statt, die das Fach Ethik im Schulversuch durchführten.
Seither werden in neu eingerichteten Pädagogischen Hochschulen [69] die Lehrer in den Ethiklehrgängen ausgebildet. In Wien ging man bezüglich der Ethiklehrerausbildung einen anderen Weg, indem man einen Lehrgang an der Philosophischen Fakultät der dortigen Universität einrichtete. [70]

Am Beispiel des Bundeslandes Salzburg möchte ich kurz zeigen, wie sich ein Lehrgang derzeit gestaltet. Der Lehrplan dieser Lehrerausbildung beinhaltet drei Module:
(1) Modul A: Theoretische Grundlagen: Maßgebliche ethische Systeme, religiös begründete Ethik, moral- und entwicklungspsychologische Grundlagen.
(2) Modul B: Bearbeitung der Lehrplaninhalte und man orientiert sich bei der Ausbildung an den oben genannten vier Leitthemen.
(3) Modul C: Supervision, Reflexion und Evaluierung. Hier werden die unterrichtenden Ethiklehrer betreut und es findet dort Erfahrungs- tauschen statt. [71]

Allgemein ist zu sagen, dass die Evaluierung von Prof. Bucher empfiehlt, die Lehrgänge nicht an einem einzigen universitären Institut, etwa der Philosophie anzusiedeln. [72] Dieser schlägt aufgrund des allgemein positiven Ergebnisses der Evaluation den politischen Entscheidungsträgern für die Lehrerausbildung ein „Interfakultäres Institut EthiklehrerInnen-Ausbildung“ vor. [73]
„Ein vollwertiges Lehramtsstudium würde wesentlich zur Gleichwertigkeit des Fachs beitragen.“ [74] Prof. Bucher hat im Jahr 2002 dem Bildungsministerium einen entsprechenden Studienlehrplan als Entwurf und Orientierungskriterium vorgelegt.

Als Ethos der Ethiklehrer bzw. staatliche Voraussetzung gelten folgende Kriterien. „Zum Erteilen von Ethikunterricht ist berechtigt, wer sich nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung, verpflichtet: den in der Präambel (der Lehrpläne) enthaltenen Grund – und Menschenrechten vorbehaltlos und unbedingt zuzustimmen und für ihre Einhaltung einzutreten.“ [75]
Die Lehrer sollen die vorgeschriebenen Ziele nach bestem Wissen und Gewissen verfolgen und die in einer pluralistischen Gesellschaft notwendige Zurückhaltung zu leisten, d.h. die Vermittlung ethischen Positionen darf keinen missionarischen Charakter haben. Es darf nicht in indoktrinierender Weise unterrichtet und dem Menschheits-phänomen Religion soll mit Respekt begegnen werden. [76]
Wie sehen die Zukunftsperspektiven für den Ethikunterricht in Österreich aus? Im derzeitigen Regierungsprogramm ist festgehalten, dass der Ethikunterricht an allen Schulen der Sekundarstufe II eingeführt werden soll. Über die konkrete Gestalt z.B. Ersatz- oder Alternativfach, ob Pflichtgegenstand oder Freifach soll in einer Parlamentarischen Enquete in nächster Zeit geklärt werden.
Die Evaluation von Prof. Bucher hat die positive Bewertung und Aufnahme bei den Schülern, Eltern und Lehrern aufgezeigt, aber auch auf die Dringlichkeit der Einführung hingewiesen.
Ich möchte diesen Abschnitt mit Worten aus der Evaluation, die vorallem an die politisch Verantwortlichen gerichtet sind, schließen:
Damit „von allen SchülerInnen der Sekundarstufe II und … mittel- und langfristig nicht auch der Sekundarstufe I“ die Fragen nach Sinn- und Lebensorientierung‘ erörtert werden können, möge der Staat eindringliche überlegen, finanzielle Ressourcen freizugeben. „Im Kontext einer globalisierten und zusehends multireligiösen und multikulturellen Lebenswelt tut ethische Bildung not.“ [77]

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2. Ethikunterricht und Praxis
Curriculare Vorgaben, Analysen, Reflexionen und Erfahrungen aus der Praxis schulischer Wertepädagogik

Im kommenden Abschnitt möchte ich vor allem darüber berichten, wie ich persönlich im konkreten Schulalltag versuche diese Intentionen, Zielperspektiven, Bildungsaufgaben mit ihren Inhalten in didaktisch effizienter Weise umzusetzen.
Bei der Durchsicht der Evaluation von Prof. Bucher haben mich persönlich die Anmerkungen und Erfahrungsberichte meiner Lehrerkollegen getröstet und mich in meiner eigenen Einschätzung bestätigt, das aller Anfang schwer ist.
Und ich sehe meinen Unterricht als Pionierarbeit. Ja, das ist es wohl, jeden Tag neu für die Schüler und in Gedanken an sie den Unterricht zu planen, Texte zur Information für sie zu entwerfen, zu überlegen mit welchen Medien ich sie für dieses Fach motiviere. Es stehen mit Sicherheit viele Lehrer vor dieser Situation, viel Eigenmotivation für ihre Arbeit aufzubringen.
Dennoch geht es immer leichter und ich folge dem Grundsatz eines Wiener Pädagogen, der zu uns Studenten einen Satz gesagt hat: „Lehrer wird man durch Lehren, und nicht allein durch eine gute Ausbildung!“

2.1. Jahresplanung, Unterrichtsvorbereitung, Unterrichtsanalyse

Nun möchte ich einen kurzen Erfahrungsbericht über meine Vorarbeit geben. Wie viele Kollegen im Lehrberuf beginne ich meine Arbeit mit der Bestimmung von Grobzielen und bewege mich immer mehr zu den Feinzielen. Diese Grobziele schreibe ich in den Sommerferien oder spätestens am Beginn des Schuljahres in meiner Jahresplanung nieder. Für jede Schulstufe und jeden Schultyp erstelle ich eine unterschiedliche Jahresplanung und dennoch gibt es inhaltliche Überschneidungen.
Bei der Themenauswahl habe ich mir ein persönliches Konzept mit einem „Weg“ durch das ganze Schuljahr überlegt: Dieser Weg beginnt mit dem Leitthema Identität, kommt dann zum Leitthema Leben in Gemeinschaft. Von dort bewegen die Schüler und ich uns zum Leitthema Mitwelt (Tierethik) und Umwelt, dann reisen wir weiter zum Leitthema Religionen und Weltanschau-ungen, aber dort ist nicht das Endziel erreicht. Es geht wieder zur Tier- und Umwelt, zum Thema Mensch als Gemeinschaftswesen und schließlich zurück zur persönlichen Situation (Identität). Damit schließt sich dieser Kreis.
Die Themen, die ich überlege und festlege, hängen mit der jeweiligen Schulstufe und den Lehrplanvorgaben zusammen. Den Klassen, die zum ersten Mal dieses Fach besuchen, muss ich eine Basis von einem ethischen Grund-wissen geben. (Fragen: Was ist Ethik? Was ist Moral? Was ist das Weltethos? Worum geht es bei den Menschenrechten?...)
Bei der täglichen Stundenvorbereitung bewege ich mich von diesen Grobzielen (Leitthemen) hin zu den Feinzielen, indem ich ein konkretes Thema für den geplanten Unterricht festlege. Für diese Themenauswahl bzw. Themenzyklus verteile ich am Schulbeginn Blätter mit den Kernthemen für das betreffende Schuljahr. Ich befrage die Schüler dabei nach ihren Interessen und Vorlieben. So erhalte ich Auswahlkriterien für jene Themen und kann dadurch die Motivation, die Unterrichtsbeteiligung und Mitarbeit der Schüler steigern, weil ja ihre Themen im Unterricht anerkannt und auf ihre Fragen- und Problemstellungen eingegangen werden.
Die Studie von Prof. Bucher zeigt, dass das Interesse der Schüler groß sein kann, wenn man auf die Situation der Schüler und die Zugänge zu ihrer Lebenswelt achtet. Zu groß ist die Gefahr mit Themen, die ihrer Lebenswelt völlig fremd sind, nicht nur zu langweilen, sondern auch die natürliche positive Spannung im Unterrichtsgeschehen aufzuheben, wo mitunter ein Einweg-Kommunikationsprozess abläuft, der über die Köpfe der Schüler hinweg, sie nicht mehr im Inneren erreicht und sie sich dann nicht mehr betroffen machen lassen.
Genauso bedeutungsvoll ist die Nachbereitung bzw. Stundenanalyse. Persönlich mache ich nach jeder Unterrichtsstunde Aufzeichnungen, Kurznotizen, oder Kommentare zu den Inhalten und Abläufen des Unterrichts-geschehens. Die Nachbereitung hilft mir auch eine Systematik der Themen in der Jahresgestaltung zu erhalten und den Schülern einen Durchblick über die inhaltlichen Zusammenhänge zu eröffnen.
Damit wird für sie der Ethikunterricht nicht zu eine Sammelsurium von undurchschaubaren ethischen Einzelfragen und Problemstellungen, sondern dass er soll bei ihnen der Blick schärft, dass es hier um ihre Lebensfragen und eine Grundorientierung geht, zu der sie immer wieder neu aufgerufen sind und über ihre ethischen Entscheidungen zu reflektieren. Die positiven Folgen wären, dass das sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung tiefgreifend prägen und fördern kann.

2.2. Ziele und Intentionen

Wie lassen sich die oben genannten Ziele und Intentionen im Unterricht umsetzen? Wie können die in den Lehrplänen allgemein gesetzten Richtlinien schülergerecht vermitteltwerden?
Ich möchte dazu drei Anmerkungen machen: Als erste Anmerkung möchte ich von einem Satz ausgehen, den mir ein Haupschullehrer zu mir sagte, als ich noch Religion in Wien unterrichtete: „Steigen Sie mit ihrer Sprache, die Sie an der Uni gelernt haben herunter, damit Sie von Ihren Schülern verstanden werden.“
Von den groben Zielvorgaben der Lehrpläne her heißt dass, in meiner Setzung der Feinziele bei der konkreten Unterrichtsvorbereitung, dass ich diese auf meine Schüler und ihre Lebenssituation abgestimmen muss. Und ich kann nur einen erfolgreichen Unterricht durchführen, wenn ich mit meine Themenwahl, die den Intentionen der Lehrpläne entsprechen, auch die Ebene der Schüler erreiche und im Idealfall sie innerlich berühre.
Eine zweite Anmerkung will das noch weiter erläutern. Einer unserer Theologie-professoren an der Uni sagte zu uns Studenten über die Vermittlung von religiösen Inhalten: „Ganz kleine Kindern kann man als Nahrung nur löffelweise Brei geben, aber keine großen harten Brocken. So ist das auch mit der geistigen Nahrung. Man kann am Anfangs seine Zuhörer nur kleine für sie verständliche Wissensinhalte weitergeben, um sie nicht durch zu große Informationsflut zu verwirren.“
Die Ziele und Aufgaben des Ethikunterrichts werde ich nur dann erfüllen können, wo ich mit Verständnis, Respekt den Schülern das Wissen in für sie adäquater Weise zu vermitteln versuche.
Als dritte Anmerkung möchte ich mein persönliches Ziel für den Ethikunterricht formulieren, was darin besteht, stets an einer gegenseitigen Vertrauensbasis zu arbeiten, die eine „Herzensbildung“ möglich macht. Dazu gehört es auf keinen Fall die Schüler mit meinen Vorstellungen zu manipulieren oder zu indoktri-nieren. Das heißt nicht Standpunktlosigkeit oder eine Haltung von Werte-relativismus in Bezug auf die humanen Grundlagen, wie die Menschenrechte oder das Weltethos. Ich kann im Unterricht sehr wohl klar und deutlich sagen, wo ich die Würde des Menschen verletzt sehe oder seine Freiheitsrechte in Gefahr sind. So werde ich sie in dieser kleinen multikulturellen Gesellschaft der Klassengemeinschaft versuchen, den Dialog zwischen den Schülern anzuregen und keinesfalls den „Kampf der Kulturen“ entfachen oder unterstützen.
Die Schüler auf die gemeinsamen demokratischen Grundprinzipien hinzu-weisen, sehe ich als eine wichtige Intention besonders heute, da viele Vorbilder der Politik uns zuwenig diese Grundwerte von Toleranz, Solidarität, soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung vorleben und nach ihnen handeln. Da liegt für uns Ethiklehrer eine große Chance, aber auch Verantwortung, dieses Vertrauen der Schüler nicht zu verspielen.
Die Ziele der Lehrpläne so wie es auch das Schulunterrichtsgesetz formuliert, die Schüler zum Wahren, Guten und Schönen zu führen, kann uns Ethiklehrern nur gelingen, wenn die Intensionen für uns selbst zu einer Herzensangelegen-heit werden. Die Schüler prüfen uns an dem, was wir tun und von unseren Überzeugungen im Leben umsetzen; geht es um Wahrhaftigkeit, Moralität oder die Fähigkeit für das Lebens mit seiner Vielfältigkeit, aber auch seinen staunenswerte wie bewunderbare Seite dankbar zu sein.

2.3. Inhalte und Themen

Inhalte und Themen, wie sie im Unterricht eingesetzt werden, sind klarerweise nur sinnvoll in engster Verbindung mit den Zielen und Intentionen. Die Schüler erkennen sehr schnell einen planlos durchgeführten Unterricht, d.h. wo ein Lehrer schlecht vorbereitet ist und die Inhalte nicht in einen größeren Gesamtrahmen (Leitthemen) stellen kann.
Ich stelle im Ethikunterricht selbst manchmal die provokante Frage an meine Schüler: „Wie passt dieses Thema in den Ethikunterricht?“ Oder „Warum sehen wir uns gerade diesen Film an? Welches Thema wird hier angesprochen?“
Den Schülern muss stets klar sein, welches Themen und warum es im Unterricht seinen Platz hat. Dieses Fach diskutiert nicht beliebige Themen und ist kein „Diskutierclub“ oder will auch nicht die Schüler mit beliebigen Filmen einfach nur unterhalten. Die Ziele mit ihren Themen und Inhalte bestimmen den Unterricht; so lege ich beispielsweise am Schluss eines Films den Schülern ein Arbeitsblatt vor, bei dem sie Fragen im Zusammenhang mit dem Film, aber auch zu dem dahinterliegenden Thema beantworten. Sie sollen sich in die handelnden Personen hineindenken, über deren Handlungsmotive reflektieren, aber auch eine persönliche Stellungnahme abgeben. Damit spreche ich ihre „Fähigkeit“ an „verschiedene Perspektiven“ einzunehmen, wie es als ein Leitziel im Salzburger Lehrplan formuliert ist. [78]
Der Film wird hier zur emotionalen Vertiefung und kognitiven Schärfung eines bestimmten Themas eingesetzt. Lernpsychologisch spreche ich den emotionalen und den kognitiven Bereich der Schüler an, was sich auch auf die Effektivität des sozialen Lernens positiv auswirken kann. Etwas Ähnliches kann ebenso bei dem Einsatz von Arbeitsblättern mit kurzen Alltagsgeschichten möglich sein, wenn ich sie als Einstieg in ein bestimmtes Thema (Impulsgeschichten) verwende.
Eine kognitive Herausforderung für die Schüler sind spezifisch philosophische Themen der Deontologie und Teleologie, die oben schon behandelt wurden.
Die Schüler reflektieren diese Denkansätze: Der deontologische Ansatz stellt sich bei den Schülern in folgender Weise dar: Sie sie erkennen, dass ihr Handeln vor allem von ihrer Gesinnung und Grundüberzeugung seit der Kindheit geprägt ist. Im Leben aus diesen Überzeugungen und Traditionen, Religion, Weltanschauung heraus, fallen die Argumente und Begründungen für das ethische Handeln und entwickelt sich eine persönliche Grundhaltung.
Beim teleologischen Ansatz wird im Unterricht gezeigt, dass beim ethisch verantworteten Handeln, sie über die Folgen nachdenken und daraus überlegen, welche Entscheidungen getroffen werden sollen. Die Handlungen werden nach den Wirkungen/Folgen bzw. nach der Nützlichkeit beurteilt.
Der universal-pluralistische Ansatz versucht beide beschriebenen Ansätze zu verbinden durch eine Ethik der Kommunikation (Apel), Theorie der Gerechtigkeit als Fairness (Rawls) , universaler Konsequentialismus (Hare) u.a. [79]
Im Unterricht überlegen die Schüler den persönlichen Ansatz ihres ethischen Handelns, der vermutlich aus der Kombination und Auswahl jener verschiedenen dargebotenen philosophischen Ansätze sich ergibt.
So wird beispielsweise ein religiöser Schüler, der von seinen religiösen Vorstellungen geprägt ist, versuchen ethische Antworten zu finden und aber auch über die Folgen und Wirkungen nachzudenken, das heißt seine Ethik teleologisch zu begründen.
Damit werden die ethischen Vorstellungen der Schüler in der Überwindung und Verbindung der Theorien von Deontologie und Teleologie zu einer praxisorientierten pluralistischen Universalmoral.
Das heißt beispielsweise gerecht ist, was auch fair ist. Moralisch-ethisch vertretbar ist es, jeden Menschen menschlich zu behandeln, so lautet die Grundforderung im Weltethos, der den deontologischen Ansatz zeigt. Menschlich zu handeln hat aber eine breite Spannweite und mitunter weite Interpretationsmöglichkeit. Teleologisch gesehen, wird man aber weiterdenken und auch über die Folgen und Wirkungen (physisch, psychisch, geistig) reflektieren.
Bei der Diskussion im Klassenplenum bzw. im Lehrer-Schüler-Gespräch über Werte, ethische Entscheidungen und Handlungen, wird konkret Ethik der Kommunikation im Austausch und Abwägen der Argumente praktiziert.
Wichtig dabei bleiben der Dialog, die Bereitschaft zu Fairness und der Respekt, bei dem die SchülerInnen lernen, sich gegenseitig zuzuhören und die positiven Denkansätze in den Argumenten zu erkennen und diese in kritischer Überlegung abzuwägen.

So will ich zusammenfassen: Die Auswahl der Inhalte und Themen ist entscheidend, da diese mit den Zielen des Lehrplans übereinstimmen müssen. Dabei wird die Motivation der Schüler gefördert, wo ich sie, soweit es möglich ist, in die Auswahl der Themen einzubeziehen. Das erhöht die Schülerbeteiligung am Unterricht und steigert ihr Interesse am Unterrichtsgeschehen. Es ist förderlich eine ausgewogene Mischung der Themen vorzunehmen, von jenen Inhalten, die die Schüler besonders interessieren und jenen, für die sie eine anspruchsvolle Leistung erbringen und ihre geistigen Arbeit gefordert sind.
Sie werden ihre kognitiven Fähigkeiten angeregt, wo sie zu bestimmten Themen im Unterricht diskutieren und Argumente für ihren persönlichen Standpunkt zu ethischen Fragen suchen. Aber auch ihre Fähigkeit zur Empathie wird gefördert, wenn sie bei Themenstellungen im Gedankenexperiment sich in andere Personen und ihre Lebenswelt hineindenken.

2.4. Medien, Unterrichtsformen (GA, PA, EA), Projekte und Exkursionen

Über den Einsatz von Medien im Unterricht habe ich schon ansatzweise gesprochen. Ich will hier auch nicht eine Auflistung von allen möglichen Medien geben, vom Ethikbuch, Informationsblättern, Filmen, PC und Internet u.v.m. In unserer technisierten Welt wachsen stets neue Möglichkeiten, die selbstverständlich auch im Ethikunterricht ihre Einsatzmöglichkeiten finden. Die entscheidendsten Fragen bleiben stets: Wie? Wo? Warum?
Wie kann ich ein bestimmtes Medium einsetzen, um die Inhalte und Ziele am deutlichsten hervorzuheben und beim Schüler Impulse zur ethischen Reflexion zu wecken?
Wo kann ich ein bestimmtes Medium einsetzen, um ein konstruktives Gesprächs- und Arbeitsklima im Unterricht vorzufinden? Genauer gefragt, wie muss ich meine Schüler auf bestimmte Medien (z.B. Filme) vorbereiten, damit dies auch die richtige Aufnahme bei den Schülern findet? Ich kann nicht in eine lärmende, unaufmerksame Klasse hinein einen Film präsentieren und dabei erwarten, dass die Schüler die Inhalte und die Intentionen erkennen können, die für mich der Grund waren den Film im Unterricht zu zeigen.
Ich komme nun zur dritten Frage: Warum setze ich genau dieses Medium im Unterricht ein und nicht ein anderes? Genauer, warum will ich beispielsweise mit diesem kurzen Text in ein Thema einsteigen und in welche Richtung, bzw. zu welcher ethischen Fragestellung will ich damit die Schüler hinführen?
Natürlich geht es wieder beim Einsatz von Medien oder bei der Wahl bestimmter Unterrichtsformen (Frontalunterricht, Gruppenarbeit, Einzelarbeit, Partnerarbeit, u.a.) um das Erreichen von Zielen und Inhalten.
Wichtig ist auch zu erwähnen, dass Medien nicht monoton in gleicher Weise oder immer dieselben Medien eingesetzt werden sollten. Es ist für die Schüler der Ethikunterricht nur dann spannend und interessant, wenn ich in ausgewogener Weise immer wieder einen Wechsel der Medien vornehme. Ein ganzes Semester nur aus dem Ethikbuch zu lesen und Gespräche darüber abzuhalten, wirkt mit Sicherheit langweilig auf das gesamte Unterrichtsgeschehen. Geschickt wäre ein überschaubarer Wechsel von Texten aus dem Schulbuch, Kurzfilme, Diskussionsthemen, Rollenspiele, Projekten wie z.B. Straßenbefragungen zu ethischen Themen und Auswertung, Internetarbeit etc.
Die Schüler können in Gruppenarbeit oder Partnerarbeit sich mit ethischen Problemfeldern auseinandersetzen, sie erfassen und beurteilen. Auch die Unterrichtsform von Einzelarbeit eignet sich dafür, wie ich es beim Film-analyseblatt bereits angedeutet habe, dass die Schüler ihre eigenen persönlichen Standpunkte und ethischen Urteile kritisch reflektieren. Natürlich sind auch allgemeine Informationsblätter notwendig, die die Schüler in ihren Mappen sammeln, um über bestimmte Sachverhalte und Wissensthemen Kenntnisse zu erhalten.
Ich habe Schüler mit dem Thema „Die Goldene Regel“ konfrontiert und habe sie in Kleingruppen überlegen lassen, dem Klassenplenum eine kurze Szene aus dem Alltag zu spielen.
Der Ethikunterricht wird durch eine solche kreative Mischung von Medien und Unterrichtsformen, Projekten, Exkursionen zu einem spannenden Erlebnis auch für die Unterrichtenden, die die Schüler das ganze Jahr hindurch begleiten. Natürlich ist es auch gut, das Unterrichtsjahr in besonderer Weise zu beginnen, zu bestimmten Zeiten Höhepunkte zu setzen, bzw. sich an gesamtschulischen Veranstaltungen zu beteiligen und das Jahr in diesem Fach Ethik in besonderer Weise abzuschließen.


2.5. Beispiel: Kernthemen - Menschenrechte und Weltethos

Im kommenden Abschnitt möchte ich skizzenhaft beschreiben, in welcher Weise man die beiden Themen Menschenrechte und Weltethos im Ethikunterricht didaktisch umsetzen könnte.
Kurz eine Vorbemerkung: Für mich hängen diese beiden Themen sehr eng zusammen, weil sie sich inhaltlich stark überschneiden. Hier sei nur ein Beispiel genannt: Wenn im Artikel 1 der Menschenrechtserklärung von der Freiheit, gleichen Würde und gleichen Rechten, im Artikel 3 vom Recht auf Leben und Sicherheit aller Menschen die Rede ist, so entspricht das wohl, was alle Weltreligionen in ihrer Erklärung zum Weltethos in ihrer ersten Weisung meinen und sich verpflichten diese einzuhalten. Diese erste Weisung, die ich bereits oben erwähnt habe, trägt die Überschrift „Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Achtung vor dem Leben.“ Zu dieser Weisung passen auch Artikel 4 und 5 „Verbot von Sklaverei und Folter“. „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich …“, diese Formulierung im Artikel 7 passt zur 4. Weisung, der „Verpflichtung zu einer Kultur der Gleichberechtigung und Partnerschaft von Frau und Mann“. So lassen sich noch viele Beispiele finden.
Im Ethikunterricht können den Schülern diese inhaltlichen Übereinstimmungen zur passenden Gelegenheit gezeigt werden, um vor allem die Bedeutsamkeit und Wichtigkeit des Weltethos zu vermitteln. Dass die Menschenrechte eine allgemeine fundamentale Basis für jede Art von Werterziehung sind, wurde von mir schon im Zusammenhang mit den Lehrplänen erwähnt, aber auch dieses Elementarwissen sollte meiner Einschätzung nach in den ersten Stunden der Einführung des Fachs Ethik den Schülern zur Kenntnis gebracht werden. Die Schüler, die oft einen unterschiedlichen kulturell-weltanschaulichen und auch religiösen Hintergrund (vom Elternhaus her) in die Schule mitbringen, sollen erkennen, dass dies ihre unbestreitbare und nicht pluralisierbare Wertebasis ausmacht.
Von diesen beiden Kernthemen Menschenrechte und Weltethos möchte ich das zweite Thema als Beispiel herausgreifen, wie ich versuche im Unterricht dieses didaktisch konkret umzusetzen:

In meiner Ausbildung zum Ethiklehrer, dies war nach Beendigung meines Religionspädagogikstudiums, habe ich eine Abschlussarbeit mit dem Titel
„Weltethos im Unterricht“ geschrieben. Im Schlussteil habe ich gezeigt, dass das Thema Weltethos an viele Unterrichtsthemen und in allen Schulstufen des Lehrplans anschließt und sie ergänzen kann. Ich habe das dort im Kapitel „Die Thematik Weltethos im Lehrplan und in der Jahresplanung“ [80] genauer dargelegt.

In dieser Arbeit wurden von mir auch Unterrichtsmodelle (sechs Unterrichtseinheit) skizzenhaft entworfen und wie ich hoffe sind sie auch eine nützliche Hilfe für andere EthiklehrerkollegenInnen. Das Kapitel dort lautet: „Die Thematik Weltethos in der Unterrichtsplanung – Modelle, Bausteine, Skizzen“. [81]
Über diese Modelle möchte ich hier nur sehr kurz referieren. Mir ging es in der Arbeit vor allem darum, anderen Kollegen Ideen und Anregungen für ihren Unterricht zu geben. So soll sich jeder die Bausteine für seinen Unterricht herausnehmen, die für ihn passen.
Ich habe das große Thema Weltethos für die achte bzw. neunte Oberstufe AHS und BHS (4./5. Sekundarstufe II) entworfen und in sechs Unterrichtseinheiten gegliedert, die wiederum in einzelne Unterrichtsstunden untergliedert sind:

1. Unterrichtseinheit: Was ist das Weltethos?
2. Unterrichtseinheit: Die erste Weisung: „Achtung vor allem Leben“
3. Unterrichtseinheit: Die zweite Weisung: „Solidarität und Gerechtigkeit“
4. Unterrichtseinheit: Die dritte Weisung: „Toleranz und Wahrhaftigkeit“
5. Unterrichtseinheit: Die vierte Weisung: „Gleichberechtigung und Partnerschaft von Frau und Mann“
6. Unterrichtseinheit: a) Kritische Positionen zum Weltethos in unserer pluralistischen Gesellschaft. b) als Resümee: „Das Weltethos für ein friedliches Zusammenleben der Menschheit“

Ziel dieser Thematik „Weltethos“ wäre es den Schülern das nahezubringen, was Prof. Küng so ausdrückt:
„Diese Erklärung ist ein Kontrapunkt der Hoffnung. Ein Kontrapunkt gegen den Fatalismus, dass in Sachen Ethos nichts und in Sachen Religion erst recht nichts zu machen sei.
Mit der Erklärung haben Menschen aus allen möglichen religiösen und ethischen Traditionen dieses Globus ihre Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, aus religiöser Überzeugung die Zustände dieser Erde zu verändern.
Sie haben damit ein Zeichen der Hoffnung gesetzt, dass eine globale Bewusstseinsveränderung möglich ist.“ [82]
Wünschenswert wäre dabei, wenn die Schüler selbstständig in den Religionen und Weltanschauungen die Gemeinsamkeiten eines Ethos suchen und erkennen, um auf diesem Weg auch ihre eigene Identität und Perspektiven für ihre persönlichen Lebensgestaltung zu entdecken. Durch diese Arbeit leisten die Schüler auch ihren Beitrag: zum Weltfrieden, zu einem besseren gegenseitigen Verständnis, zu Toleranz und Dialog, zu einem humanen Zusammenleben und zu Respekt vor der Schöpfung. [83]

2.6. Fächerübergreifende Kooperation und Berührungspunkte mit anderen Unterrichtsgegenständen

Der Ethikunterricht ist kein isolierter Seminarbetrieb und keine Einzelveranstaltung im Schulbetrieb. Wir Ethiklehrer sind auch nicht Einzelkämpfer im Gesamtkomplex Schule, wo man auf dem Markt der Wissensvermittlung noch zusätzlich sein Wissen über Ethik, Ethos und Moral anbietet. Stattdessen hat der Ethikunterricht seinen bedeutsamen Platz im breiten Fächerkanon der Schule, wo die Ethiklehrer in der Kenntnis der Ziele, Inhalte, Methoden und Medien kompetent ihr Fach vermitteln.

Wir Ethiklehrer müssen aber auch klar die Grenzen unseres Gegenstandes kennen und nach den curricularen Rahmenkriterien das Fach klar und offen präsentieren.
So werde ich beispielsweise im Blick auf den Religionsunterricht und seine schulischen Positionierung kein Gebet mit meinen Schülern sprechen, weil es nicht im Kompetenzbereich des Ethikunterrichts liegt. Andererseits aber werden Themen wie die Gottesfrage und Transzendenz nicht ausgeschlossen werden können, wenn wir über die Religionen, ihre Vorstellungen, Bekenntnisse, religiöse Praktiken und vor allem über ihr Menschenbild und ihr ethisches Wertesystem sprechen.
Ich frage oft Schüler der verschiedenen Religionsbekenntnisse nach ihrem religiösen Wissen und zeige gleichzeitig, dass ich auch jenen Schülern ernstnehme, die sich zu keiner bestimmten Religionsgemeinschaft bekennen und dennoch ihre eigenen persönlichen Vorstellungen sprachlich im Diskurs formulieren. Diese können auf diese Weise ihre Weltanschauung und/bzw. persönliche Religiösität entdecken und sich bewusst machen.
Wenn nun im Unterricht alle SchülerInnen ihre Überlegungen, Vorstellungen und Gedanken über ein erfülltes, glückliches Leben, aber auch über Tod, Sterben, Seinsweise "danach", die Fragen nach dem Woher und nach dem Sinn des Lebens, über Lebenskrisen und ihre Bewältigung, u.v.m. ... anstellen und ausdrücken können, leisten sie damit vorallem für sich selbst eine wichtige "Arbeit" im Blick auf ihre eigene Identitätsfindung und einen wichtigen Betrag zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung.

Ich wiederum möchte SchülerInnen durch meine Haltung deutlich machen, dass ich sie alle mit gleicher Würde und Respekt begegne, sie in ihrer Einmaligkeit und Individualität sehen und sie auf ihrem Weg zu einer reifen Persönlichkeits ein kleines Stück begleiten möchte.
Gemäß den Menschenrechte ist es mir ein besonders Anliegen, sie in ihrer Gedanken- und Redefreiheit ernst zu nehmen, indem ich versuche, ihren konstruktiven und kreavtiven Diskurs in der Klassengemeinschaft in positiver Weise zu förderen und zu unterstützen.
Wichtig ist es mir auch, meine Arbeit im Rahmen der gesamten Schulgemeinschaft zu sehen, auch im Blick auf das gesamte Lehrerkollegium. Ich suche den Gedankenaustausch mit meinen Lehrerkollegen, wenn es um Schüler mit Schwierigkeiten in Schul- und Privatsituationen geht. Aber ich mühe mich auch um den Dialog mit Lehrerkollegen von anderen Fachgebieten (Religion, Biologie, Ökonomie, politische Bildung, Geschichte, Philosophie, Psychologie, Umweltkunde, Sozialkunde, Kreativfächer wie Bildnerische Erziehung, Musik, mitunter auch Sport und IT/Informatik) wo es um thematisch und inhaltlich Berührungspunkte der Fachbereiche geben.
Im Ethikunterricht befrage ich meine Schüler auch über ihr Wissen aus anderen Unterrichtsgegenständen und zeige ihnen die thematischen Verbindungen zur Ethik auf.
Damit versuche ich bei der allgemeinen "Informationeflut", die die Schüler im Alltag begegnet, "Verstehenshorizonte" (soweit es möglich ist) und Orientierungshilfen anzubieten.
Auch greife ich im Unterricht Themen auf, die sich im gesamtschulischen Rahmen gestellt (z.B. Umweltschutz, Mülltrennung, etc.). Ebenso unterstütze ich Schülerprojekte und -Initiativen, die ethische Themen betreffen oder diese tangieren. So biete ich auch meine Mitarbeit bei Schulveranstaltungen (z.B. Filmvorführungen, Vorträge) an.

Der Ethikunterricht hat für mich die Aufgabe, einen Beitrag an der Förderung des Allgemeinwissens zu leisten, indem durch ethisch kritisches Reflektieren eine tiefere Dimension bei den Schülern angesprochen wird und eigene Impulse in Richtung ethischen Fragens wecken werden. (Förderung "vernetztem und analytischen Denken") Der Ethikunterricht kann auch den Gesamtprozess der Kommunikation im Schulalltag fördern und eine Unterstützung und Hilfestellung (wo möglich) mit dem Ziel anbieten (z.B. in Konflikten zwischen Schüler, zwischen Klassengemeinschaften, zwischen Lehrer und Schüler), wo man gut miteinander auskommt, kann man leichter zusammenarbeiten und kann sich auch das Gesamtklima der Schule verbessern.

2.7. Ethikunterricht – Erfahrungen


Ich möchte nun kurz über jene Punkte sprechen, die aufgrund meiner Unterrichtstätigkeit für mich persönlich als Lehrer wichtig sind, um eine gute Arbeit leisten zu können.

(1) Für mich ist es notwendig, dass ich immer neu nach Unterrichtsmaterial Ausschau halte und dieses sammle und ordne. Dasselbe gilt für Ideen und Einfälle, die ich sofort niederschreibe, was ich als einen ständigen kreativen Akt ansehe.

(2) Ich beobachte das Zeitgeschehen und aktuelle Ereignisse, weil ich auch damit rechnen, dass mich meine Schüler im Unterricht damit konfrontieren.

(3) Im Unterricht geht es mir darum, die „Welt der Schüler“ kennenzulernen bzw. zu kennen. Ich will auch über ihre Sprache Bescheid wissen und immer Neues lernen. Das Entdecken und Verstehen ihrer Lebensverhältnisse ist für mich nicht ein Aushorchen, oder Eindringen in ihre Privatsphäre. Ich nütze ihr Vertrauen über bestimmte Mitteilungen nicht aus, sondern wahre Stillschweigen, wo dies geboten ist.

(4) Ich versuche meinen Schülern in respektvoller Weise zu begegnen, auch wenn mich manchmal Schüler zu Überreaktionen provozieren wollen. Mir ist wichtig auf meine eigene Lehrersprache zu achten, den Schülern nicht mit Polemik oder Zynismus zu begegnen. Ich habe in den Jahren die Reaktionen der Schüler kennengelernt, wie sie darauf negativ reagieren, wenn sie sich vor anderen bloßgestellt fühlen.

(5) In der Stundenreflexion versuche ich, mich immer wieder in die Situation der Schüler hineinzuversetzen. Dieses Nachdenken über den Unterrichtsverlauf ist eine ganz wichtige Arbeit, vor allem für mich als Ethiklehrer. So frage ich mich, welche Ziele ich mir setzte und was ich dann tatsächlich erreicht habe.

(6) Zu meiner Eigenmotivation möchte ich sagen, dass ich mich an den Satz halten: „Lass dir die Freude an deiner Arbeit nicht nehmen!“

(7) Ich versuche mit großer Konzentration und intuitivem Einsatz meine Arbeit zu leisten.

(8) Auch mache ich mir immer wieder die Tatsache bewusst, dass die „Saat“, meine positiven Anliegen im Wirken des Unterrichts bei den Schülern, im „Acker“ ihres Inneren nicht immer gleich aufgehen, bzw. dass da kein innerer Druck von meiner Seite her bestehen sollte. Zu meinem Beruf gehört eine Menge Geduld und Bereitschaft intensiv den Schülern zuzuhören.


(9) Ich möchte auch sagen, dass ich mir selbst immer wieder bewusst machen muss, für meine eigene Kreativität und Einfallsreichtum dankbar zu sein.


(10) Vertrauen ist für mich eine der fundamentalsten Grundhaltungen, die für gutes Gelingen meines Ethikunterrichts unumgänglich ist.

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3. Resümee über den Ethikunterricht

Was ist nun mein Resümee?
Kurz zusammengefasst könnte der Schluss aus dem oben gesagten lauten:
Kriterien für eine erfolgversprechende Umsetzung der oben genannten Ziele und Leitthemen sind: (1) Themenzentriertheit und (2) Schülerorientiertheit.

Wo ein Ethikunterricht an diesen Kriterien ausgerichtet ist und die Lehrer den Schülern mit Vertrauen und Respekt begegnen, kann dieses Fach Impulse für ihre Lebensgestaltung geben, ihre Persönlichkeitsentwicklung und Herzensbildung fördern, wobei die freie Entscheidung bezüglich ihres ethischen Handelns im Alltag selbstverständlich in ihrer Freiheit und Verantwortung liegt.
Wie kann es im Ethikunterricht gelingen die Herzen der Schüler zu erreichen und auch ihnen jenes „Geheimnis“ weiterzugeben, wie es der Fuchs in der Geschichte des bekannten Schriftstellers Antoine de Saint-Exupery zum Kleinen Prinzen sagt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ ? [84]

Jede Zeit hat negative geistige Strömungen, werden Furcht und Angst geschürt und erleben wir Leid, Notsituationen, Unglück im privaten Bereich und in der Völker- und Weltgemeinschaft. Wir sind direkt oder indirekt betroffen von Weltwirtschaftskrisen, Umweltkatastrophen, Arbeitslosigkeit, Hunger und Krankheit, Kriegen und militärischen Aggressionen, … Wir und unsere Schüler leben in dieser Welt.
Wir als Ethiklehrer können und wollen wohl diese negativen Seiten des Lebens nicht wegdiskutieren oder verharmlosen, aber wir können die Schüler dort in diesen Ethikstunden einladen, ihr eigenes Leben anzuschauen, ebenso die Gemeinschaft, in der sie selbst stehen, unser aller Tier- und Pflanzenwelt zu betrachten, ob wir wohl genug für sie sorgen und sie pflegen.
Wir Lehrer können sie sensibel machen und zu Fragen bezüglich der sogenannten „modernen Technik“ hinführen, wo deren gute Seiten sind, aber wo auch mit Gefahren zu rechnen sind, weil wir alle mit unser Wissenschaft und bei all ihrem Fortschritt nicht immer die Folgen und Wirkungen kennt.
In der Haltung von Ausgewogenheit sollten wir den Schülern den Umgang mit der Technik vermitteln, weder mit Panik und übertriebene Ängstlichkeit, noch mit unbekümmerter Sorglosigkeit.

Es soll uns als Lehrer vor allem in diesem Fach bewusst sein, dass unsere Jugend auch unser aller Zukunft gestaltet und daher wir ihnen, soweit es möglich ist, ein Leben in Verantwortung und Achtsamkeit zum Überlegen ans Herz legen.
Wir müssen uns aber klar darüber sein, wenn wir Worte wie Nachhaltigkeit in den Mund nehmen, die Jugend uns an unseren eigenen Taten misst.
Das auch wir als Ethiklehrer eine Vorbildwirkung für unsere Schüler haben, sollten wir immer im Hinterkopf behalten.
Wir werden ihnen in sensibler Weise und mit Respekt die verschiedenen Religionen und Weltanschauungen zeigen, und nicht in einem Schnellerfahren, wie bei einem Kurzbesuch eines Museums bei dem ich nur für ganz bestimmte Exponate Interesse zeige und dann diesen Ort mit dem falschen Eindruck wieder verlasse, als hätte ich schon das ganze Museum kennengelernt.
Es wird vor allem neben einer allgemeinen Betrachtung der Religionen und Weltanschauungen nötig sein, genau auf deren Werte und ethischen Grundelemente mit den Schülern zu blicken, wo sie uns Wege für unsere persönliche Alltagsgestaltung aufzeigen können.
Die Schüler sollen sich fragen lernen, wie man mit den vorhandenen Hilfsmitteln den Weg zu einer reifen, selbstverantworteten und ausgewogenen Persönlichkeit und Identität findet. Sie sollen zum Fragen und Reflektieren angeregt werden, welche Dinge ihnen helfen ohne Fluchtwege (wie Alkohol, Drogen, …) zu einem zufriedenen, geglückten und erfüllten Leben zu gelangen.

Wenn es im Ethikunterricht gelingt die Schüler auf diese Weise mit sich selbst zu konfrontieren, dann haben wir möglicherweise schon einiges bewegen können.
Denn eines ist klar, so wie es Prof. Bucher in einem Referat über das Ethikfach und dessen notwendige allgemeine Einführung sagt: „In diesem Alter kann man ethische Einstellungen der Jugendlichen noch verändern. Da kann es sich entscheiden, ob jemand ein Skinhead wird oder mitten in der Gesellschaft aktiv bleibt. … 90 Prozent der Befragten (Schüler) haben angegeben, dass sie weiterhin den Unterricht besuchen wollen.“ [85]

Es ist und bleibt in allgemeinen Bildungsbereich Schule der Ethikunterricht mit seinem normativen Anspruch ein wesentlicher, existenzformender und -bestimmender Faktor für unserer pluralistischen und multikulturellen Gesellschaft und Lebenswelt. [86]

Nicht umsonst hat die UNO in ihrer UN-Resolution 56/6 (Globale Agenda für den Dialog zwischen den Kulturen am 21. November 2001) zu einer „Kultur des Friedens, Dialogs und gegenseitigem Verständnis zwischen den Völkern und Kulturen“ (the active promotion of a culture of peace and dialogue among civilizations) [87] aufgerufen, indem man die „Erkenntnis der gemeinsamen ethischen Normen und allgemeinen menschlichen Werte“ (Development of a better understanding of common ethical standards and universal human values) [88] entwickelt und näher ausführt, sowie die Menschenrechte fördert und verteidigt (Promotion and protection of human rights). [89]

Ich möchte mit einem Zitat des Psychologen Peter Lauster schließen, welches ich meinen Schülern auf einem Arbeitsblatt im Unterricht vorgelegt habe:

„Je mehr es mir gelingt, mich auf mich selbst zu besinnen, mich nach mir selbst zu orientieren, desto glücklicher fühle ich mich und dieses Glücksgefühl hat eine anziehende Wirkung.“ [90]

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4. Literaturverzeichnis, Informationen

4.1. Literaturliste
4.1.1. Quellen

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948)
Erklärung zum Weltethos (1993)
Österreichisches Regierungsprogramm für die XXIV. Gesetzgebungsperiode (2008)
Resolutions 56/6. Global Agenda for Dialogue among Civilizations (2000)
Vertrag über eine Verfassung für Europa (EU-Verfassung, 2004)

4.1.2. Verfasser- und Vielverfasserschriften
Anton Bucher, Ethikunterricht in Österreich, Innsbruck 2001
Emerich Coreth, Was ist der Mensch. Grundzüge einer philosophischen Anthropologie, Innsbruck 1976
Johannes Dietl-Zeiner, Weltethos im Unterricht.
Abschlussarbeit des Ethiklehrgangs 3 am Pädagogischen Institut des Bundes in Salzburg, Salzburg 2003
Erik. H. Erikson, Jugend und Krise, Frankfurt/Main 1981
Hans Küng, Ja zum Weltethos. Perspektiven für die Suche nach Orientierung, München 2. Aufl. 1996
ders., Projekt Weltethos, München 3. Aufl. 1991
Peter Lauster, Lebenskunst. Wege zur inneren Freiheit, Reinbek bei Hamburg 1985
Carlo Maria Martini/Umberto Eco, Woran glaubt, wer nicht glaubt? Wien 1998
Mario Montessori, Erziehung zum Menschen, München 1977
Michael Peintinger, Ethische Grundfragen in der Medizin, Wien 2008
Antoine de Saint-Exupery, Der kleine Prinz, Zürich 1950
Monika Sänger, Praktische Philosophie/Ethik. Grundpositionen der normativen Ethik, Stuttgart 1996

4.2. Informationen aus dem Internet
Die Erklärung der Menschenrechte
Website: http://www.ohchr.org/EN/UDHR/Pages/Language.aspx?LangID=ger
Erklärung zum Weltethos
Website: http://www.weltethos.org/
EU-Vertrag
Website: http://www.flegel-g.de/index-eu-verfassung.html
Österreichisches Regierungsprogramm
Website: www.oevp.at/Common/Downloads/Regierungsprogramm2008-2013.pdf
http://www.oeli-ug.at/index.php?id=69&tx_ttnews%5Bpointer%5D=5&tx_ttnews%5Btt_news%5D=77&tx_ttnews%5BbackPid%5D=70&cHash=f82e6dc9d4

UN-Resolution 56/6
Website: http://www.un-documents.net/a56r6.htm

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Anmerkungen:
1) Auch der auf humanistischen Grundsätzen basierende konfessionelle Religionsunterricht darf hier gerechter Weise nicht unerwähnt bleiben.
2) Montessori, Erzeihung, S.40
3) Ders., S.31
4) Ders., S.25
5) Ders., S.87
6) Erikson, Jugend und Krise, S.47
7) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.118-121
8) Ders., S.23f.
9) Küng, Projekt Weltethos, S.46
10) Ders., S.46
11) Ders., S.46
12) Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Präambel
13) Coreth, Mensch, S.9
14) vgl. Peintinger, Ethische Grundfragen, S.18
15) Sänger, Praktische Philosophie/Ethik, S.97
16) Martini/Eco, Woran glaubt, wer nicht glaubt?, Wien 1998
17) Martini/Eco, S.89
18) Martini/Eco, S.74
19) Martini/Eco, S.78
20) Martini/Eco, S.78
21)vgl. Martini/Eco, S.79
22) Martini/Eco, S.85
23) vgl. Martini/Eco, S.85
24) Martini/Eco, S.87
25) vgl. Martini/Eco, S.88
26) Martini/Eco, S.79
27) vgl. Martini/Eco, S.79
28) Martini/Eco, S.80
29) Martini/Eco, S.93
30) vgl. Martini/Eco, S.93
31) Küng, Projekt Weltethos, S.46
32) Ders, S.61f.
33) Ders., S.69
34) vgl. Küng, Projekt Weltethos, S.69
35) Ders., S.72
36 ) Küng, Projekt Weltethos, S.73
37 ) Küng, Ja zum Weltethos, S.35
38) Küng, Projekt Weltethos, S.77
39) Ders., S.77
40) Ders., S.78
41) Ders., S.81
42) Ders., S.81
43) Bucher, Ethikunterricht, S.50-53
44) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.45.53f.
45) vgl. Österr. Regierungsprogramm 2008, Bildung, S. 197
46) Bucher, Ethikunterricht, S.22
47) Ders., S.22
48) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.328
49) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.22
50) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.22
51) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.25
52) Bucher, Ethikunterricht, S.23
53 ) Bucher, Ethikunterricht, S.32, vgl.a. S.33f. u. S.288-312
54) Bucher, Ethikunterricht, S.86-110
55) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.24
56) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.24
57) Bucher, Ethikunterricht, S.328
58) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.24
59) Bucher, Ethikunterricht, S.24
60) Bucher, Ethikunterricht, S.24
61) Bucher, Ethikunterricht, S.294
62) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.294
63) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.294
64) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.294
65) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.295; vgl. Küng, Ja zum Weltethos, S.25
66) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.24
67) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.23f.
68) Fort- und Weiterbildungseinrichtung der LehrerInnen
69) Eine Einrichtung bei der die bisherigen IPs und Pädagogischen Akademien (Ausbildungstätte d. Voklsschul- u. HauptschullehrerInnen) zusammengefasst wurden.
70) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.308
71) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.154f.
72) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.309
73) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.309
74) Bucher, Ethikunterricht, S.309
75) Bucher, Ethikunterricht, S.310
76) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.310
77) Bucher, Ethikunterricht, S.212
78) vgl. Bucher, Ethikunterricht, S.328
79) Sänger, Praktische Philosophie/Ethik, S.97
80) Dietl-Zeiner, Weltethos, S.43f.
81) Dietl-Zeiner, Weltethos, S.45-56
82) Küng, Ja zum Weltethos, S.15
83) vgl. Dietl-Zeiner, Weltethos, S.56
84) Saint-Exupery, Der kleine Prinz, S.49
85) Zitat aus Referat von Univ.-Prof. A. Bucher (Uni Salzburg) auf Bildungstagung d. Oberösterreichische Volkspartei am 5.5.08.
86) Ethikunterricht und Religionsunterricht tragen hier ihre unaufhebbare Verantwortung in der Gesellschaft.
87) vgl. UN-Resolution 56/6; Einleitung
88) vgl. UN-Resolution 56/6; Art.2 u.4
89) vgl. UN-Resolution 56/6; Art. 4
90) Lauster, Lebenskunst, S.202

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update: 7-11-2009