Herbes Gedicht (Juni 2003)

 

herbe Traube sizilianischer Erde
blutiger Schmerz reißt dir Wunde um Wunde
und der Trost liegt nirgendwo
vergraben verscharrt ist die Menschlichkeit

Trauer und Wut verbünden Generationen im Hass
oder machen sie zu Feinden der Sippe

herbe Traube sizilianischer Erde
lass dich tränken mit Perlen aus Güte und Barmherzigkeit
Tränen Christi rühren dein hartes Herz
und leicht beginnt es zu klopfen

froh bin ich dich zu haben
des Weges Gefährte

froh bin ich hier zu sein
wo Grillen zirpen
wo Margeritten gerne blühn

da bin ich zu Haus und werde dich Heimat nennen
lichter leichter Wirbel geschützter Energie
dem Himmels sei Dank
nicht jeder kann dich sehn

Zeit kann an dir vorübergehn

du bleibst jedoch nicht stehn
bist auf einer Welle
und längst bin ich aufgesprungen
von der Qualität der Bewegung überzeugt

froh bin ich dich zu haben
des Lebens Gefährte

froh bin ich hier zu sein
wo die Traube süß und üppig
ist kommun

 

© Silvia Dietl-Zeiner