Wie ihr wollt könnt ihr es drehn (2003)

 

Liebe
die mich weinen lässt
ist gepaart mit Angst
und der Schrecken vergangener Tage
verfolgt mich


immer wieder fordert mich der Augenblick heraus
und ich muss Stellung beziehen
menschlich betrachtet
die einzige Sichtweise
die ich akzeptieren will
humanistisches Gedankengut
einer edlen Seele entsprungen
mündet in göttliches Ahnen
eines perpetuum mobiles zur enten Potenz
durch mega hoch omni mal
giga-gaga-Lichtgeschwindigkeit vektor
dreidimensional ins Herz der Universenfülle
gefaltet kosmischer Gegebenheiten


dort
wo der Tisch gedeckt ist
für den Agnostiker und den
der Gotteserkenntnis erstrebt
beide sitzen Hand in Hand
vereint beim Tee und jeder geht in die Richtung
die er meint zum Ziel ihn führt


das Ziel ist himmelblau
das Ziel ist rosenrot
Feuerwerk am Firmament
gleite ich ab ins Summen des Fliegers
wenn wir aufwärts steigen
fahre ich durch Mythen und Höhlen
der Urgeschichte in die Gegenwart zurück
vorbei an wilden romantischen Ufern
von Seen im Moorgebiet
deren Könige mich huldvoll grüßend
an ihre Festtagstafel laden


als Gast in fremden Landen
bin ich als Einzige in menschlicher Gestalt gekommen
mir dröhnt der Kopf
die Füße fallen
röchel ich nach Sauerstoff
mein Herz schlägt rasend
werde ich aufgefangen in Verständnis
für andersartige Formen lebendigen Seins
Herrscher über Gärten
voll mit Früchten aus verschiedenen Zonen
groß und rund bunt dünn und lang
häßlich und schön
die Meinungen auseinandergehn
wie ihr wollt könnt ihr es drehn

 

 

© Silvia Dietl-Zeiner