ISBN-NR. 978-3-9503866-0-8

 

Dieses Buch trug in der ersten Auflage den Titel "Das kastrierte Evanglium. Die falsch übersetzte Bibel und die Wiederentdeckung der Lust" und erschien 1996 bei Ariston Verlag (Kreuzlingen/ München).

Mit dieser zweiten, aktualisierten und erweiterten Auflage und dem neuen Untertitel "Das kastrierte Evangelium. Die falschen Übersetzungen und die Wiederentdeckung der Frohbotschaft Jesu Christ. Eine neue Sichtweise der Lehre der Urkirche" komme ich dem Wunsch vieler meiner Leserinnen und Leser nach, ihnen das Buch in inhaltlicher erweiterter Form zugänglich zu machen.

Diese Ausgabe hat nun in seinem Ersten Teil im Kapitel "Hieronymus und seine Übersetzungsfehler in der Vulgata" eine sehr interessante Ergänzung erhalten. Dort werden Auszüge aus Briefen Hieronymus, gebracht, die zeigen, wie ehefeindlich, frauenverachtend, leibfeindlich und machtbesessen das Denken jenes päpstlich beauftragten Bibelübersetzers im 3./4. Jahrhunderts war. Dieses Werk, die Vulgata - eine lateinische Übersetzung der Bibel, hat das Denken und Handeln der Kirchen der darauf folgenden Jahrhunderte bis heute geprägt.

Wie hätte Hieronymus unter diesen Voraussetzungen (er selbst hat sein Leben durch seine extreme mönische Lebensweise "kastriert") das Evangelium ( = Frohbotschaft) Jesu als frohmachende Worte übersetzen sollen?
Er hat im päpstlichen Auftrag nach der altgriechischen Textvorlage die vier biblischen Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) übersetzt und dabei diese Schriften in unterschiedlich lautenden lateinischen Übersetzungen (Vetus Latina) vorgefunden. Er wählte die Übersetzung, die seiner Denk und Lebensweise am Nächsten lag.
 


Hieronymus, und das zeigen seine Briefe deutlich, war ein überzeugter Mönch mit einem Hang zu großem Fanatismus, der die ehelose Lebensform nicht nur kämpferisch verteidigte, sondern bedauerlicher Weise Verheirateten mit Hochmut und Überheblichkeit begegnete. Er hielt seine Lebensweise für die Lebensform, die Jesus von seinen Jüngern als "Nachfolge Christi" forderte. Die eheliche Lebensform von Frau und Mann hatte da bei ihm als christliche Lebensweise nur eine untergeordnete und minderwertige Bedeutung.

So hat er aus diesem Denken heraus jedoch nicht nur die Evangelien, sondern die gesamte Bibel (später Vulgata genannt) übersetzt. Bei diesen Arbeiten stellte er sich leider auch nicht die Frage, ob seine Übersetzung eine positive und freudige Aufnahme in den Herzen der Menschen finden würde. Er war fest davon überzeugt, dass er den "Worten Jesu" und dem "Wort Gottes" in der Bibel die "richtige" Übersetzung gegeben habe, da er sich durch die Autorität seines Auftraggebers Papst Damasus I. bestärkt fühlte.

Die Tragik, die sich daraus
als Folge entwickelte, ist wohl die Tatsache, dass alle christlichen Kirchen so viele Jahrhunderte hindurch seinem Denken, wie es aus seiner Bibelübersetzung hervorgeht, gefolgt sind.
Seine Übersetzung hat immer wieder hohe Anerkennung gefunden und damit auch einen großen Einfluss auf die christliche Theologie, theologisches Denken, theologisch-ethische und moralische Begründungen, auf das Kirchenrecht, sowie auf die kirchliche Praxis, das kirchliche System, die kirchlichen Strukturen und das alltägliche christliche Leben ausgeübt.

Die Bibel in diesen herkömmlichen Übersetzungen wurde dabei auch immer wieder als das verbindliche, allein gültige und "richtige" Wort der Offenbarung Gottes dargestellt, um damit zur Erkenntnis der Wahrheit und zum sittlich richtigen Handeln zu gelangen.
Diese so übersetzte Bibel wurde weltweit als das "Wort Gottes" gepredigt.

Mein Buch will auch in seiner zweiten Auflage weiterhin einen Anstoß für eine fortgesetzte Diskussion über die Bibel und seine Übersetzung geben. Dabei möchte ich alle einladen, Fachleute und Laien, sich auf die gemeinsame Suche zu begeben, um eine Übersetzung zu finden, die den ursprünglichen Aussagen der Texte am Nächsten liegt.

So wünsche ich mir für die Zukunft, dass es in den Bibeln der Welt und bei den "Worten Jesu" keine Texte mehr geben möge, denen das Frohmachende und das Sinn-vermittelnde weggenommen wird.
Denn leider lösen bei den Lesern viele "Worte Jesu" in den herkömmlichen Bibeln deshalb Verwirrung aus und werden dann als etwas Unverständliches und für die heutige Zeit Bedeutungsloses abgetan.

Indem über bestimmte unklar wirkende Texte in den vier Evanglien nachgedacht und intensiver nach einer neuen Übersetzung gesucht wird, hoffe ich, dass wir im Dritten Jahrtausend Schritt für Schritt in diesem wunderbaren Buch der Bibel eine wirkliche Frohbotschaft Jesu Chisti entdecken und in einer verständlichen Sprache lesen können.

Johannes Dietl-Zeiner

Köstendorf b. Salzburg,
Dezember 2011

 

>> Inhaltsverzeichnis und Vorwort
>> Rezensionen

 

zurück (Publikationen)

Institut für Bibel Kunst THeologie
Mag. theol. Johannes u. Silvia Dietl-Zeiner

Adresse: Joseph Mösl-Str. 8/9 - A- 5203 Köstendorf Österreich/ Europa -
Tel. +43 ( 0) 681 104 215 11- E-Mail: johannes.dietlzeiner@gmx.at / od. johannes@dietlzeiner.at/ silvia.dietlzeiner@gmx.at

update: 27-8-2014